BoddenRacer

Der Höhenflug des Phenix oder Skifahren ist auch ganz geil

Unsere beiden Greifswalder 5.5er Crew von der Silverfox und Phenix waren über Ostern bei ihrer ersten Regatta in der Schweiz. Muschel berichtet davon im gewohnt lässigen Stil:

Am Karfreitag und dem darauffolgendem Samstag findet auf dem Thuner See traditionell die Osterregatta der 5.5m Class statt. Die deutschen Farben wurden in diesem Jahr ausschließlich von zwei Booten aus Greifswald (unbestritten die deutsche 5.5m Hochburg) vertreten.

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Nun liegt der See ja bekanntermaßen in den Schweizer Alpen, so dass man in Ermangelung von Wind anderen Sportarten frönen sollte. Wenn Ostern im Jahr sehr früh stattfindet, fährt man besser Ski oder Snowboard, da die Pistenverhältnisse noch ausgesprochen gut sind. Die Segelbedingungen lassen dann eher zu wünschen übrig, es fehlt schlichtweg der Wind. Nachdem wir nun unsere Oberschenkel ausgiebig auf der Lauberhornabfahrt strapaziert hatten, wurde auf dem Wasser versucht, wenigstens eine Wettfahrt am Freitag zu starten. Es blieb bei zwei Starversuchen und einer Kreuz. Am Abend dann Nachtessen und Erfahrungsaustausch mit Bo Selko und seiner Mannschaft, welche als erste dänische Crew den Weg nach Thun gefunden hatte.

Foto von Jiri Huracek (mehr hier).

Foto von Jiri Huracek (www.thunersee-yachtclub.ch -> mehr hier).

Da ich unseren Verein am 03.04. beim Freiburgmarathon vertreten werde, absolvierte ich jeden Morgen einen Berglauf und stellte Samstagmorgen um 06:30 erstaunt fest, dass es richtig windete. So liefen wir voller Vorfreude um 10:00Uhr bei bestem Segelwetter aus und trimmten Silverfox für 2-3 Windstärken und Flachwasser. Vielleicht hätten wir am Vorabend besser aufessen sollen (an zu wenig Wein kann es nicht gelegen haben), jedenfalls wurde der Wind stetig weniger. Der erste Start erfolgte dennoch und wir entschieden uns für die linke Seite, kamen ganz gut an die Linie und wer steht im Weg? Unsere dänischen Freunde, die ihren Frühstart korrigieren wollten. So fehlte etwas Schwung und schwupp di wupp sehen wir nur noch Hecks. Die Phenix-Mannschaft mit Max Müller, dem Spitzentaktiker Sven Trapp und unserem Clubvorsitzendem Jens Maladinsky, hervorragend besetzt, hatte natürlich das bessere Näschen und startete ganz rechts ,um dann nach rechts auf die richtige Kursseite zu gelangen. Wir quälten uns am Ende des Hauptfeldes zur Luvmarke, welche wir erreichten, als alle anderen Boote schon bunte Segel gesetzt hatten. Auf dem anschließenden Vorwindgang hatten wir dann mit der Seitenwahl etwas mehr Glück und konnten einige Boote überholen. Der Wind hatte nun keine Lust mehr und die Wettfahrtleitung verkürzte am Leefass das Rennen. Mit einigem Abstand rundeten wir hinter Phenix die linke Leebahnmarke und verfolgten unsere Freunde. Trotz aller Bemühungen konnten wir die clever agierenden Überraschungsdritten nicht mehr überholen und landeten schlussendlich auf dem 4.Platz.

Nun folgte das lange Warten und Portwein und warten und warten und warten. Irgendwann hatten wir die Faxen dicke und paddelten zum Kran in den Hafen, was sich später als richtig herausstellte, da keine weitere Wettfahrt stattfand. Mit einem Podiumsplatz und dem Platz dahinter haben wir den Yachtclub Wieck glaube ich ganz gut vertreten. Ich bedanke mich bei Tobias und Robert sowie bei Frau Haftka für wundervolle Osterfeiertage. Die nächste Herausforderung wird jetzt der Alpencup in Torbole am Gardasee sein (21. – 23. April).

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Übrigens waren wir am Ostersonntag wieder Skilaufen (vielen Dank an Christoph Wilke für seine unendliche Geduld mit uns Anfängern).

Michael Schulz
Silverfox GER83

Das Ergebnis der einen Wettfahrt gibt’s hier.

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