BoddenRacer

Opti-Eltern on Tour

Ein regnerischer Winterabend. Zwei Opti-Väter sitzen zusammen an einem Küchentisch mit einem Frischgetränk und versuchen eine gemeinsame Regatta-Saisonplanung der segelnden Sprößlinge zwecks Fahrdiensten und Landbetreuung auf die Beine zu stellen. Plötzlich sagt einer der beiden: „Sag mal, wenn wir Anfang Juli endlich mal nicht Opti-Segler-Taxi spielen müssen, wollen wir dann nicht mal zusammen entspannt ne Runde segeln?“ „Das klingt nach einer guten Idee…“ stimmte der andere zu und meinte zusätzlich… „sag mal, hast Du nicht auch noch dieses coole 18 Fuß Sportboot mit dem großen Cockpit und rotem Mast irgendwo liegen?… wie heißen die Boote nochmal? … ja, Seascape 18… habt ihr nicht sogar schon einige Meisterschaften in der Klasse gewonnen… ?“

So oder so ähnlich fangen die meisten Segelgeschichten an, so auch diese.

Nach einem kurzem Blick auf den Regattakalender und einem weiteren Frischgetränk stand fest – die German Open der Seascape in Bad Zwischenahn sollen in Angriff genommen werden. Natürlich wurden auch gleich Pläne für gemeinsame Trainingstage geschmiedet, um bestmögliche Vorraussetzungen zu schaffen. Aber wie es sich meistens mit guten Plänen verhält, standen wir nach einem kurzen Einstellungsverfahrens von „Offshore-Weltmeister“ Rene‘ als dritten Mann natürlich doch ohne Training am Vorabend der ersten Wettfahrt 22.30Uhr im Segelclub Bad Zwischenahn, um den Mast zu stellen.

Aber der Einstand auf dem Wasser mit einem Wettfahrtsieg gelang gut. Es folgten zwei weitere Wettfahrtsiege in der Serie, aber leider auch einige Rennen im Mittelfeld gegen die geübte Konkurrenz. Somit fehlte am Ende nur ein Punkt, um den Titel wieder nach Greifswald zu holen …

In der kommenden Saison, muß nun also doch die eine oder andere Seascape Regatta mit in den Opti-Kalender aufgenommen werden!

Tom Bernstein

Erstmalig starten vier Greifswalder Opti-Segler bei der Deutschen Meisterschaft

Die Gemeinsame Jugendabteilung der Greifswalder Segelvereine (GJA) hat genau 30 Jahre nach ihrer Gründung einen weiteres Ausrufezeichen für den Greifswalder Segelsport gesetzt. Erstmalig konnten sich gleichzeitig vier Greifswalder Jüngsten-Segler für die Deutschen Meisterschaften der Opti – Klasse qualifizieren. Mit Jan-Mattis Busch (12), Maximilian Kießling (12), Liam Bernstein (12) und Lukas Breitsprecher (13) im Team MV bei der diesjährigen Meisterschaft in Kiel (10.-16. August), setzt die GJA mit diesem Meilenstein die ausschließlich ehrenamtliche und überaus erfolgreiche Jugendarbeit für Greifswald fort.

Lukas, Jan-Mattis, Maxi und Liam beim Training in Südfrankreich. Und im Hintergrund wächst gleich die nächste Generation ran.

Jan-Mattis, Maximilian und Liam konnten sich nach ihrem Umstieg in die Opti A (Herbst 2021) bereits in Ihrer ersten Saison bei den großen Opti A durchsetzen und sich nicht nur souverän für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, sondern auch einige Podiumsplätze und Top-Ten Platzierungen erzielen.

Lukas, als „alter Hase“ startet bei seiner zweiten Meisterschaft und hat sich fest im Landeskader MV etabliert, sowie 2022 bei nationalen und internationalen Regatten viele Achtungserfolge unter den Augen des Landestrainers erkämpft.     

Mit dem Team MV werden die Jungs in der kommenden Woche in Wismar zum Vorbereitungs-Trainingslager zusammen treffen. Dannach folgt eine zweitätige Pause bevor die Meisterschaften in Kiel offiziell mit Vermessung und Eröffnung am 10.August im Olympiahafen Kiel-Schilksee beginnen. 

Zusammen mit Finn Langner, der für die GJA in der ILCA 6 Klasse (Laser Radial) antreten wird, starten somit insgesamt fünf Segler für Greifswald bei den Gesamt-Deutschen-Meisterschaften der Jugendbootsklassen. 

Das diese Erfolge auch 30 Jahre nach Gründung der gemeinsamem Jugendabteilung der Greifswalder Segelvereine nachwievor auf die ehrenamtliche Tätigkeiten der vielen freiwilligen Trainer und Betreuer beruht, ist bemerkenswert. Um diese erfolgreiche Arbeit in Greifswald fortzusetzen und den Segelsport möglichst vielen interessierten Kindern und Jugendlichen nahezbringen, ist die GJA auf viele Spenden, Sponsoren und individuelle Fördermaßnahmen angewiesen.

Warum deshalb nicht die Segel-Jugend in Greifswald aktiv mit einer Spende oder als Helfer unterstützen? Kontaktiert bitte die Vorstände und Verantwortlichen! 

Wir wünschen den fünf Seglern viel Spaß und viel Erfolg bei Ihrem Saisonhöhepunkt in Kiel.

TB

Sommertanz in Kopenhagen

Jolanda Engel (geb. Müller) und Michael „Muschel“ Schulz – die zwei Greifswalder*innen bildeten für die Starboot-Europameisterschaft in der dänischen Hauptstadt ein ungewöhnliches Team.

Mit einem Anruf vom Obmann Starboot fing alles an. Die Frage lautete: Würdest du mit Jolanda die Europameisterschaft in Dänemark segeln wollen? Nun wussten schon die alten Wikinger, dass ein maximales Crews-Gewicht ein Boot sehr viel besser senkrecht hält, als wenn Fliegengewichte auf dem Deck sitzen. Da Jolanda und ich gemeinsam ungefähr die Kilos eines etwas zu schweren Vorschoters auf die Waage bringen, und ich nicht bereit war mir noch mehr Speck anzufuttern, hatte ich so meine Bedenken. Das obere Windlimit sollte 10 Knoten nicht überschreiten, dies war meine Teilnahmebedingung.

Ich hatte dabei jedoch die Motivation meiner tapferen Steuerfrau unterschätzt. Während meine Apps 15-20 Knoten vorher sagten, überzeugte mich Jolanda mit dänische Vorhersagen von 9-13 Knoten. Nun gut, wir fahren also in die dänische Residenz.

Der dänische Wetterbericht muss auch schon einmal besser gewesen sein, oder die kleine Meerjungfrau hatte sich aus Versehen versehen :-). Es wehte jeden Tag mit 15-25 Knoten.

Die Wettfahrten fingen wir fast immer mit relativ guten Starts an und die Taktik stimmte dann den Umständen entsprechend auch. Das Boot allerdings glich manchmal im Vergleich mit Europas Besten einer Zeese während der Regatta in Bodstedt. An Land bekam Jolanda von den Profis sehr viel Respekt und ich sehr viel Mitleid geschenkt.

In Dänemark ist Segeln meistens nur Segeln. Rahmenprogramm ist nicht so das Ding der kühlen Skandinavier. Wir versuchten also uns selbst zu beschäftigen, aber was fängt ein gefühlt 100-jähriger mit einer U30 Steuerfrau am Abend an? Diesbezüglich hatten wir Glück, dass in Kopenhagen ein Tanzfestival für Modern Art stattfand.

Auf einer großen Freilichtbühne am Hafen tanzten merkwürdige Gestalten in komischen Kostümen. Ich glaube, Jolanda hat es gefallen, ich hätte beim Essen vorher vielleicht etwas mehr Wein trinken sollen. :-)

Am dritten Wettfahrttag wurde wegen Sturm gar nicht gesegelt und die letzten Wettfahrten brachten noch einmal bis zu 23 Knoten Wind. Wir segelte solide zu Ende und es hat eigentlich doch Spaß gemacht. Überraschender Weise erfuhren wir nach Beendigung der Wettfahrtserie, dass es eine Mix-Wertung gab. Diese konnten wir gewinnen und so ist Jolanda Mix-Europameisterin. Hat sich also doch gelohnt.

Muschel

Training, Regatta, Training, Regatta

Kleines Update von Lukas. Auch nach bisher 55 Segeltagen allein in diesem Jahr wird der 13-jährige Greifswalder Optisegler nicht müde weiter für das große Highlight zu trainieren.

Seit der WM/EMA ist bei mir viel passiert. Das Team MV macht mir mega viel Spaß und ich lerne so viel. Irgendwie war ich seitdem ständig unterwegs, dass ich fast durcheinander komme bei den ganzen Regatten! Mitte Mai war der „Goldene Opti“ in Kiel, bei dem ich wieder mit viel Wind zu kämpfen hatte, aber letztendlich mit Platz 71 von 219 glücklich nach Hause gefahren bin. Das war ein guten Abschuss zur Vorbereitung der Deutschen Meisterschaft, die dort in ein paar Wochen statt findet. Das Regattafeld war auch im Mai schon sehr geprägt von den Dänen in Vorbereitung für ihre Qualifikation zu den großen Meisterschaften.

Dann folgte der Plauer Opticup und wie sollte es anders sein? … viel Wind, das scheint dieses Jahr Programm zu sein…
Wir haben dort schon zwei Tage vorher trainiert und das hat sich dann auch ausgezahlt: Platz 9 von 55.

Dann ging es nur kurz zur Schule, bevor es schon weiter nach Kerteminde in Dänemark ging, damit vor der Regatta dort noch ein paar Trainingseinheiten möglich waren. Bei der „Sail Extreme“ Regatta belegte ich dann Platz 23 von 98 Startern. Für die Dänen ging es dabei Kopf um Kopf für die begehrten Platze zur WM und EM. Es war ein wirklich starkes Feld und um so mehr hab ich mich deswegen über meine Platzierung gefreut!

Endlich Zeit für kreative Pressearbeit im Urlaub. :-)

Dann stand der Intercup in Warnemünde auf dem Plan… ein total Reinfall für mich! Dazu ist nicht viel zu schreiben. Dafür war die Sommerwendenregatta in Rerik mein bis jetzt bester Erfolg: Platz 3! Zum ersten Mal in Opti A auf dem Podium. Ich bin somit überglücklich in den Sommerurlaub gestartet, den ich gerade in Norwegen verbringe. Aber die Vorfreude auf die große Deutsche Meisterschaft in Kiel mit allen Jugendbootsklassen und dem vorherigen Training in Wismar ist riesengroß.

Bis bald, euer Lukas

Erlebnis Kieler Woche

Ich bin dieses Jahr zu meiner ersten Kieler Woche im ILCA 6 (Laser Radial) gefahren und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Nachdem ich am ersten Tag stabil gesegelt bin, war der zweite Tag ein nicht ganz so großer Erfolg, mit einem Frühstart.

Wettfahrten direkt vor dem Olympiahafen in Schilksee.

Am dritten Tag war lange Zeit Gewitterwarnung angesagt, diese wurde erst um 17 Uhr aufgehoben und wir fuhren noch zwei erfolgreiche Rennen. Der letzte Tag war dann sehr stressig da wir noch 3 Rennen vor uns hatten. Ich konnte zum Glück noch eine Top-10 Platzierung erzielen und landete am Ende auf Platz 73 von 115. Ein sehr schönes Erlebnis!

Finn Langner

Hoppetosse beim X-99 Goldcup am Bodensee

Nachdem coronabedingt der X-99 Goldcup am Bodensee 2020 zweimal verschoben wurde, gab es 2022 für unsere Crew keine Ausrede mehr, um nicht hinzufahren. Der Vorbereitungsaufwand war bei wenig Zeit der Beteiligten immens. Wir haben die X-99 selbst erfolgreich an den Bodensee geschleppt, fanden sehr freundliche Aufnahme bei der X-99 Klassenvereinigung „Süd“ und beim Yachtclub Langenargen, konnten nach dem Zusammenbau etwas trainieren und starteten am ersten Renntag, den 23.06., in einen traumhaften Segeltag.

Wegen der Wetterunsicherheiten vor Ort wurden an diesem ersten Tag fünf Wettfahrten durchgezogen. Alle Teams waren heiß. Es gab Kollisionen und Touchierungen im Feld bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze auf klarstem Wasser. Wir haben den Tag solide als 7. im Feld der 12 X-99 und mit einem Sprung in den Bodensee abgeschlossen.

Der zweite Renntag, Freitag der 24.06., fiel wetterbedingt komplett aus. Der Samstag stand mit äußerst vagen Windaussichten vor uns. Unter dem Eindruck der enorm langen und anstrengenden Hinfahrt haben wir am Freitag ausgekrant und wieder gepackt, um volle zwei Tage für die Rückfahrt mit Begleitfahrtzeug zu haben. Entsprechend stand am Samstag, den 26.06. DNS in der Liste.

Am Ende stand eine glückliche Heimkehr von einem großen Abenteuer.

Sebastian Tirschmann

Ohne Drängeln – Rund Vilm 2022

„PhöniX“ lässt sich von der eigenen Shore Crew vor der Insel Vilm ablichten.

„Wir sollten mal wieder bei der Regatta „Rund Vilm“ mitsegeln.“, meinte Henrik vor kurzem zu mir. „War doch immer eine nette Veranstaltung“. Kurzerhand wurde die ‚PhöniX‘ (eine Albin Express) als das Boot der Wahl auserkoren, da ‚Boreaden‘ so kurzfristig noch nicht fertig war.

Auch wenn die Anreise aus Stralsund etwas weiter ist und der Wind am Freitag doch recht stark aus Ost geblasen hat, hat Henrik die Anreise gleich als Familienausflug genutzt und für die zeitnah folgenden Rügen-Rudder-Teilnehmer den ersten Streckenabschnitt ausgecheckt.

Am Samstag haben dann wurde dann das Boot regattaklar gemacht. Dank einer Schwimmhausmieterin, konnten wir sogar etwas Gepäck und den Motor unterm Vordach ablegen. Bei dem leichten Wind wollten wir auf jedes unnötige Gewicht verzichten.

Bei der Steuermannsbesprechung um 11:30 wurde dann nochmal ausdrücklich auf die touristische Ausrichtung der Regatta hingewiesen. Soll heißen, kein Drängeln an den Tonnen, erzwingen des Wegerechts am Start um lange Protestverhandlungen im Anschluss zu vermeiden. Man merkt auch an der Meldeliste, dass die Vielzahl der Teilnehmer eher einheimische Segler sind.

Dann ging es raus aufs Wasser. Da der Wind viel weniger war, als angesagt und auch in der Richtung etwas unvorhersehbar war, wurde wie gewohnt links herum gesegelt. Wobei jedoch die Tonne Lauterbach ausgelassen werden sollte. Am Start war wirklich wenig Wind und es wurde ein klarer Spistart mit Steuerbordbug. Wir waren in der ersten Startgruppe und kamen gleich gut weg, dicht gefolgt von der Hiddensee ‚Deja Vu‘. Die schnellere Gruppe startete 10 min nach uns.

Nach dem Raumschotkurs folgte ein guter Anlieger von Tonne 3 auf 2 und dann ein Amwindkurs auf Tonne Vilm. Da konnten wir uns dann doch etwas von der Hiddensee absetzen. Die 5 YS-Punkte Differenz waren anfänglich nicht richtig spürbar.

Die MX-35 ‚forty-two‘ segelte die ganze Zeit mit dem Code 0 und hatte auf Tonne Vilm zwar gut Speed, konnte zuerst die Höhe nicht halten. Da der Wind auf dem Schlag allerdings immer weiter von Süd auf Ost drehte, kamen sie auch mit dem Code an der Tonne an und es brachte ihnen einen deutlichen Vorteil, gegenüber den Booten mit Genua. An Tonne Vilm waren wir 4. Schiff nach der ‚forty-two‘, dem ‚Teeboot‘ und der ‚Intoxication‘.

Es folgte eine Wende und ein unspektakulärer spitzer Halbwindkurs. Auf dem Schenkel überholten uns der Nacra 17 mit Marc und seinem Kapitän. Auch die ‚Glasperle‘ kam immer weiter auf. An Tonne Reddevitz ging dann endlich wieder der Spi hoch, auch wenn es noch recht spitz war. Das setzte uns auch wieder etwas von der ‚Glasperle‘ ab, denn sie zögerten lange, fuhren sogar noch weiter Höhe raus.

Vor uns konnte die ‚forty two‘ zwar den Vorsprung durch den Code 0 gegenüber dem ‚Teeboot‘ noch halten, es schien aber auf dem Vorwindkurs spannend zu werden, ob der Vorsprung ausreichend sein würde. Das ‚Teeboot‘ hatte durch den Genaker dann doch das deutlich größere Vorsegel. Das Segeln vorbei an Muglitz wurde jedoch auch unter Spi zu einer echten Hängepartie. Ständig sind wir in ein Flauteloch gefahren. Der Wind hat wieder deutlich abgenommen und von hinten schienen die Boote mit etwas mehr Wind aufzukommen. Kurz vorm Ziel hat das ‚Teeboot‘ dann noch noch die Führung übernommen und somit als schnellstes Kielboot das Blaue Band bekommen.

Nach einer Halse haben wir dann auch die Hafeneinfahrt und damit das Ziel passiert. Danke an die Zielmannschaft für den Applaus, auch wir hatten ein gutes Gefühl, so weit vorne zu sein. Wir erreichten kurz vor 16 Uhr nach knapp 3h Segelzeit das Ziel. (Ergebnisse hier)
Da später der Wind noch weiter einschlief und wie angesagt 17 Uhr das Ziel schließt, haben leider nicht alle das Ziel erreicht.

Bei der Siegerehrung, sehr gutem Essen mit Spanferkel und Musik machte allerdings niemand den Eindruck, sich darüber zu ärgern. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung und der Yachtclub Putbus war sichtlich bemüht, den Seglern einen schönen Abend zu bescheren.

Danke an die Organisatoren und den Teilnehmern der 32 Yachten.

Mark Schröder