BoddenRacer

Bootsspeed: 34kn – Theo berichtet vom Hobart Race

Wir kriegen Post aus Down Under. Theo hat noch einen schönen Bericht zum Sydney Hobart Race und ein paar Worte zum Unglück des Boots bei der Rücküberführung geschrieben. Theo war da schon nicht mehr an Bord, aber die internationale Presse und auch die deutschen Segel-Nachrichten haben ja auch schon drüber berichtet.

Hi Boddenracer,

Ich hatte in diesem Jahr das Glück, zum zweiten Mal das Sydney Hobart Race auf der Farr55 Hollywood Boulevard zu segeln. Das Rennen ist eines der 600nm Rennklassiker im Offshore-Segelsport und wird von den Australiern sehr zelebriert. Das Rennen beginnt Boxing Day, aber schon Tage vorher merkt man, wie die Spannung in und um das Race Village herum steigt. Es ist wirklich schön zu sehen, wie sehr die Australier ihren Segelsport lieben und wie viele sich den Start an Boxing Day anschauen. Es ist ein toller Feiertag.

Und auch die Vorhersagen für das diesjährige Rennen sahen sehr gut aus und versprachen besonders am zweiten Tag perfekte Downwind Bedingungen. Topfavoriten auf den so begehrten Handicap-Gesamtsieg sollten die schnellen 50-Fußer, wie die TP52´s oder auch die Farr55 Hollywood, sein. Allerdings war unser Start in das Rennen ein bisschen holprig. Die vielen Zuschauerboote und die hohen Riggs der 100-Fußer machten es schwer, konstante Segelbedingungen zu finden. Die Situation beruhigte sich jedoch außerhalb des Sydney Harbours und wir machten uns als führendes Boot hinter den Maxis auf den Weg nach Hobart. Entlang der australischen Küste frischte der Wind langsam aber stetig auf und so sahen wir bis zu 35 Knoten am zweiten Tag des Rennens. In Kombination mit der sehr langen und hohen Welle auf der Bass Strait waren das perfekte Surf-Bedingungen für die Boote. Wir erreichten einen Topspeed von 34,4 Knoten. Einfach der Hammer und ein unglaubliches Gefühl!

Onboard-Video im Surf über die Bass Strait:

Posted by Conrad Humphreys on Mittwoch, 27. Dezember 2017

Das Rennen verlief soweit gut für uns. Wir konnten einen Großteil der Flotte in Schach halten, mussten allerdings die erst 2017 fertiggestellte Botin52 Ichi Ban und Quest, ebenfalls eine TP52, davonziehen lassen. So kam am Ende ein 9. Platz gesegelt und ein 5.Platz in unserer Division gerechnet heraus. Außerdem nehmen wir alle eine Menge verdammt starker Momente mit und fühlen uns geehrt, so ein tolles Rennen miterlebt zu haben. Ichi Ban gewann hochverdient den Handicap-Gesamtsieg.

Sehr lustiges Post-Race-Interview mit dem Skipper:

https://www.facebook.com/sailorgirlHQ/videos/1599908220052936/?hc_ref=ARR6hHu0enR3l1gB_hLqid4W7khj_2H4cjQhOvhYeT-oNRnAor2eqlFIFJeU7f9EEFM

Ein bitterer Beigeschmack bleibt allerdings, als Hollywood Boulevard auf der Rücküberführung zurück nach Sydney einen Mondfisch rammte und die Crew mit Helikopter vom Boot abgeborgen werden musste. Allen Beteiligten geht es den Umständen entsprechend jedoch gut. Und auch das Boot konnte später gefunden worden und liegt nun in Eden, einem Hafen 250 Meilen südlich von Sydney. Neben all dem Spaß, den man hatte, zeigt dieses Ereignis nur ein weiteres Mal, dass die Sicherheit immer im Vordergrund stehen sollte und eine gute Vorbereitung besonders auf ein solches Rennen sehr wichtig ist.

Liebe Grüße an alle in die Heimat.

Theo

Die Überführungs-Crew wird vom Helicopter abgeborgen:

Yacht crew rescued off Flinders Island Bass Strait

AMSA would like to thank everyone involved in yesterday's rescue of six crew members from their racing yacht SV Hollywood Boulevard about 150km east of Flinders Island in Bass Strait. Crew activated their distress beacon around 8.45am on Sunday after their rudder sustained damage and the vessel began taking on water. AMSA's Challenger jet from Melbourne located the yacht pitching in rough seas. Two rescue helicopters from Ambulance Victoria winched the crew members to safety by 1.30pm while a merchant vessel, Trans Future Seven, provided cover from the elements. Victoria Police and Marine Rescue NSW also provided assistance.

Posted by Australian Maritime Safety Authority – AMSA on Sonntag, 14. Januar 2018

Wiedergefunden und in den Hafen geschleppt.

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