BoddenRacer

Schnellste gesegelte Zeit der jüngsten und meisten Steuerleute

Zum Saisonende wollen sie es noch mal wissen. Mehrere Boote gingen am vergangenen Wochenende auf die Jagd um den frisch aufgestellten Weltrekord um die Bohrinseln im Greifswalder Bodden zu knacken. Torsten Courtois hat mit seiner „neue“ Hanse 345 Isy dabei einen neuen Oktober-Rekord in der Doublehand-Devision (wir finden für jeden eine Kategorie) aufgestellt. Jay Style ist hingegen in einer etwas anderen Crew-Konfiguration angetreten.

Kurs: 2020 Bodden Trophy / Rekordkurs Bohrinseln
Boot: Jay Style J/109
Startzeit: Sonnabend 24.10.2020 15:10Uhr
Gesegelte Zeit: 1h23min18sec / linksrum
Windrichtung: SW 220-225° @ 12-18kn
Besegelung: Genua 2 und A2

Besatzung:
Steuermann: Max 9 Jahre
Steuermann: Liam 10 Jahre
Steuermann: Jan Mattis 10 Jahre
Steuermann: Hannes 11 Jahre
Steuerfrau: Adele 12 Jahre
Steuerfrau: Katharina 12 Jahre
Steuermann: Max 13 Jahre
Steuermann: Johann 14 Jahre
Steuermann & Crewkoordinator: Lovis 17 Jahre
Onboard Reporter: Claudia
Naviguesser: Tom

Durchschnittsalter aller Steuerleute auf der Regattastrecke: 12 Jahre 
Durchschnittsalter insg.: 17 Jahre

Der Saisonabschluss der Greifswalder Opti-Regattagruppe sollte ein Rekordversuch zur „Internationalen Bodden Trophy“ werden. Getreu dem Motto „Was die Alten mit ihren dicken Pötten schaffen, is doch’n Klacks für die gewieften Opti Regattasegler der Gemeinsamen Jugendabteilung.“ Einige waren zum ersten Mal mit einem „Dickschiff“ unterwegs und konnten ihr Trainingrevier der Dänischen Wiek endlich mal von weiter draußen und aus höherer Perspektive betrachten. 

Gleich noch im Hafen wurde der große Gennaker mit gefühlten 14 Händen in super Teamarbeit an Mast und Pit schnurstracks vor Überquerung der Startlinie gezogen. Unmittelbar danach übernahmen die Kids auch gleich alle Aufgaben des Steuerns und Gennaker Trimmens. Alle. Nacheinander.

Leider war der vorhergesagte WSW Wind doch etwas südlicher als gehofft, sodass schon recht früh eine Halse vor der Gahlkower Bohrinsel gemacht wurde. Kommentar „Mit nem Opti hätte es vielleicht ein bisschen länger gedauert“. 

Beim einzigen (und entscheidenden?) Gennacker Drop kurz vor der Bohrinsel waren dann alle 22 Hände voll im Einsatz. Es folgte ein kurzer, etwas angespitzter Halbwind Sprint zu den beiden westlichen Bohrinseln, wo das gesamte Kampfgewicht der ca. 30kg „schweren“ SeglerInnen auf der Kante zur Geltung kommen musste. Bei der einzigen Wende des Tages glichen die Laufwege der Besatzung dann der eines Ameisenhaufens! Wahnsinnskoordination!

Im Ziel fehlten dann leider nur 45 Sekunden zum „Outright Speed Record“. Dafür wurde der wohlverdiente gesponserte Kuchen im Hafen in nur sagenhaften 5 Minuten und 21 Sekunden von der Mannschaft weggeputzt.

Also leider den bisherigen Rekord knapp verpasst, trotzdem kann die Opti-Mannschaft der GJA nun die „schnellste gesegelte Zeit der jüngsten und meisten Steuerleute“ für sich in Anspruch nehmen.

… und jetzt zum obligatorischen „hätte, wenn und aber“ ;-)
Der Respekt vor der navigatorischen Challenge um den Salzboddengrund war bei 40-50cm weniger Wasserstand doch etwas größer als sonst. Lag es also vielleicht doch am Naviguesser oder gar am falschen Zeitfenster beim Routing?

Ja, …. und evtl. mit etwas mehr oder etwas westlicherem Wind, tja dann … !! So bleibt es sicherlich auch spannend, wann und wie die Rekorde in Zukunft purzeln werden. Die GJA-Opti-Truppe wird sicherlich in 2021 wieder angreifen.

Eine tolle Idee jedenfalls – dieses Record Hunting. Gerade in dieser Zeit. Danke und weiter so. 

Gruß
Tom

      

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