BoddenRacer

Boddensolo – Rentnerschiff und neue Perspektiven

Am vergangen Sonnabend starteten 11 Doublehand-Teams und 11 Solosegler zum nach meiner Rechnung 7. Boddensolo. Wider Erwarten gab’s statt der erwarteten Flautendümpelei doch zum Teil recht flotte Runden über den sonnigen Bodden. Solo-Initiator Michael Matthiessen hatte wegen des Wegzugs aus Greifswald den Organisationsstab weitergegeben, aber das Nachfolgeteam um Vicky Haak und Niels Radzewitz und das Starterteam um Geertje Lau und Hagen Benz hat das supertoll gemacht. Handgeschriebene Ergebnislisten (Einhand, Zweihand1, Zweihand2), wo gibt’s sowas heute noch? Stimmung und Gemeinschaftsgefühl sind bei dieser Veranstaltung sowieso immer erstklassig.

Gestartet wurde in drei Gruppen bei etwa 8 Knoten Wind aus Ostnordost, gegen Ende der Wettfahrt waren es vor Lanken dann gut 5 kn mehr. Der Kurs führte die kleinen Crews von LD 8 zunächst zur LD 2, dann zur Tonne Koos, von dort zur Tonne Vierow und auf einem nahezu Vorwindkurs zur Ansteuerungstonne Greifswald, von wo es zur Ziellinie vor der Mole in Wieck ging. Etwa 15 nm sind das ohne Kreuzen. 

BoddenSolo/Double 2022

Mit ersten Plätzen für ordentliche sportliche Leistungen belohnt wurden Max Steigel / Hannes Nehmzow (La Familia) in der Gruppe der schnellen Doublehander, Mark Schröder / Henrik Hirche (Boreaden) bei den Doublhandern ab YS 100 und Andreas Linke (Okidoki) bei den Einhandseglern.

Über die eigene Performance decken wir besser den Mantel des Schweigens. Unter 10 kn Wind sind für ein Schiff, das mit Ausrüstung deutlich über 10 Tonnen wiegt, selbst an der Kreuz sehr wenig, meine Fähigkeiten vor allem beim Start aber auch generell lassen noch deutlich Luft nach oben und die alte Dame ist wirklich alles andere als ein Regattaschiff. Aber ohne Regatta hätte ich das erste Mal Einhand mit dem neuen Schiff sicher noch länger hinausgezögert und mein ewiges sportliches Minimalziel (Nicht peinlich sein und nicht letzter werden!) habe ich erreicht. Wie heißt es immer so schön: Dabei sein ist alles. Muss man ja nicht mit aufhören, bloß, weil man jetzt Rentnerschiff fährt…

Insgesamt – Orga, Wettfahrt, Stimmung, Verpflegung: Wieder einmal war das Solo/Double eine tolle Regatta. Ganz vielen Dank ans Team.

Stefan Geiss, Leipzig, SY Raija (Najad 390)

Neue Perspektive

Mangels Rennwert für unser neues Schiff dachten wir, daß für’s Boddensolo mal ein Perspektivwechsel ganz interessant wäre. So landeten wir als Startboot auf der Regattabahn .

Wegen angesagter Flaute aus verschiedenen Richtungen verschoben wir den Start. Es sollte sich gelohnt haben. Der Bodden lockte die Segler mit einem traumhaften NO von 8 bis 12 Knoten Wind.

Style und Emotionen – Hagen, Geertje und Jens auf dem berechtigterweise vollverfenderten Startschiff. :-)

Dank des Boddenetappenequipments und der tatkräftigen Unterstützung unseres Freundes Jens meisterten wir die Herausforderungen der Startprozedur. Die Regattateilnehmer starteten super entspannt. Kein Frühstart, kein Geschepper, kein Geschrei. Wir waren wohl aufgeregter, als die Besatzungen der Boote.

Glückliche Gesichter nach dem Zieldurchgang sprachen Bände. In schöner, spätsommerlicher Stimmung wurden bei Essen und Getränk im Schilfhaus die Erlebnisse von unterwegs ausgiebig besprochen.

Ein herzliches Dankeschön an Vicky, Niels für die Organisation und Lovis fürs Tonnenlegen.

Hagen und Geertje

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