BoddenRacer

Fazit der Greifswalder von der 5.5er WM in Australien

Mit einem Sieg im vorletzten Rennen schließt Max Müller und seine Crew die Weltmeisterschaft in Newport, Australien ab. Damit landen sie auf dem tollen 9.Gesamtplatz.

Prettynama fährt bei der WM vorne weg.

Muschel und Crew hatten auf ihrem Charterboot kein ganz so versöhnlichen letzten Regattatag. Hier ist Muschels Regattafazit, wie immer sehr unterhaltsam:


Von komischen Tieren, sehr netten Strafgefangenen-Nachkommen und einer Fehleinschätzung, die 5.5WM 2020 bei Sydney.

Australien ist die einzige Nation der Erde, die als Gefängnis angefangen hat. Die Australier heute sind, glaube ich, das freundlichste Volk der Welt, was macht es da, dass der liebe alte Opa in seiner Jugend ein übler Langfinger war und von den Engländern um 1760 zwischen Trichterspinne, Würfelqualle und Seewasserkrokodil ausgesetzt wurde. Opa hat ein phantastisches Land aufgebaut, man muss nur den toxischen Tieren aus dem Weg gehen‍♀. Auf dem Regattakurs gab es allerdings nur Haie.

Wir sind mit dem Ziel nach Pittwater geflogen (abartig lange Anreise), um die Evolution-WM zu gewinnen. Welch eine Illusion ☹️. Unser Boot war zum Fahrtenschiff umgebaut, der australische Eigner kein Regattasegler, dafür aber total nett und überaus hilfsbereit.  eben. Wir hatten allerdings keinen Kompass zur Verfügung und ich musste feststellen, dass ich bei sehr stark drehenden Winden auf dem offenen Pazifik das Optisegeln ohne Hilfsmittel etwas verlernt habe.☹️

Das Segelrevier in Pittwater ist schwierig, da selbst bei 5 Knoten Wind eine 1,5m hohe Welle steht und wir mit nur einem Tag Training nicht so recht klargekommen sind. Ganz anders die Australier, welche großartige Gastgeber waren (obwohl wir mit der vornehmen Anzugsordnung im Yachtclub wieder einmal Probleme hatten – wer soll auch das ganze Zeug inklusive zweier Spinnaker in einer Tasche mitschleppen?), beim Regattasegeln uns aber keine Chance ließen. Tangalooma (so hieß unser Boot), hätte vor dem letzten Tag noch Dritter werden können, wurde aber von Tom Spitthill in Grund und Boden gestampft. So wurden wir Vierter und immerhin bester deutscher Evolution, haben einen tollen Preis gewonnen und tierischen Sonnenbrand an der einzigen Körperstelle, die ich aus Versehen nicht bedeckt hatte (keine Sorge, es ist nur das rechte Handgelenk).

Apropos Siegerehrung, uns ist sehr angenehm aufgefallen, dass die Australier den Letzten genauso feiern wie die Sieger – und zwar ehrlich, denn ohne Verlierer würde es auch keinen Sieger geben. Sollten wir in Deutschland vielleicht auch mal drüber nachdenken. Zum Abschluss waren wir dann noch im Zoo und haben uns Koalas usw. angesehen, für die ihr im Internet möglicher Weise eine Patenschaft übernehmen könntet, weil ich es schon befremdlich finde, dass wir zum Spaß um gelbe Tonnen fahren und 400km weiter Tiere verbrennen. Es war ein Wahnsinnserlebnis und es hat auf alle Fälle unseren beschränkten Horizont erweitert. Viele Grüße aus dem Flieger.

Endergebnisse hier.

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