BoddenRacer

Rekapitulation Rund Rügen

[pg] Die Regatta Rund Rügen hatte es auch dieses Jahr wieder in sich. Hat ja auch niemand gesagt, dass es einfach werden würde, oder? Hier meine kleine Rekapitulation von Bord der Up and away:

Vorhergesagt waren eigentlich relativ gleichbleibende 10-15 Knoten aus Ost, am Abend rechts drehend, und dann über Nacht weiter über Süd bis hin zum Morgen/Mittag auf West. Soweit so gut: „Auf der Kreuz also irgendwie rechts halten!“ war die Grundüberlegung bei uns.

chaos

Chaos beim Start der YS1 und ORC

Schon der Beginn hatte es in sich. Zumindest im ersten Start der großen Yardstick-Klasse und ORC gab es ganz schönes Chaos auf der Linie, die nicht wirklich in ausreichend tiefen Wasser für die grossen Rennmaschinen lag. Für die besten Starts sorgten aus meiner Sicht Mañana und Möner. Hagen und Crew haben bei ihrem Einstand in der ORC Klasse mit ihrem wunderschönen Holz-Klassiker glatt mal einen Steuerbordstart vor allen 40+Fußern hingelegt. Geile Sache! :-) Möner dagegen ist als erstes Schiff mit Backbordbug am Pin End weggekommen und führte nach der Wende das Feld über den Strelasund an.
Bei den kleineren Yachten hat sich dann jedenfalls keiner mehr getraut mit Steuerbordsbug zu starten. Oder?

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Nach dem Start waren noch alle dich beisammen

Die Kreuz den Strelasund hinunter verlief aus unserer Sicht eher unspektakulär. Lange Steuerbordschläge und ab und zu ein Verholer nach Norden. Einzig Mañana hatte einen Geheimplan, den Hagen bis heute nicht verraten will. :-) Jedenfalls haben sie sich mit kurzen Schlägen immer wieder an die Rügenküsten verholt. War das etwa die Grundlage für den ORC-Sieg?

Auf der Up and away gab es dann mehrere Überlegungen wie man die Kreuz über den Greifswalder Bodden angehen könnte: Nach der Palmer Ort schnell zu wenden hieße mindestens 30° unter der Anliegelinie zum Böttchergrund zu sein. Wenn der angekündigten Rechtsdreher früh kommt,  könnte das aber vielleicht schon passen. Wenn der Dreher aber später kommen sollte, wäre ein Schlag über rechts sicherlich sinnvoll! Unser Skipper Heiko Steinbrückner hat sich für die zweite Variante entschieden. Aus dem Strelasund kommend haben wir also erst beim Koos auf Backbordbug gewendet, haben später dann noch ein kleiner Verholer bis ca. 10-15° unter Layline gemacht, und gegen 22Uhr kam dann der erwartete Dreher, sodass wir die Bahnmarke am Böttchergrund genau anliegen konnten. Perfekte Kreuz würde ich sagen! Von den vergleichbaren Yachten war jedenfalls niemand mehr zu sehen.

Dann Segel fieren und am Nordperd ging um Mitternacht endlich der Spi hoch und der Geburtstagssekt und Pralinen wurde angereicht! Drei Seemeilen vor Saßnitz wurde es dann flau und der Wind drehte auf Südost. Nach ein bisschen vormwind in der Flauten kreuzen haben wir dann vor der nächtlichen Saßnitzer Skyline viele bunte Lichter gesehen. Und die waren nicht nur von der Stadt – sondern das gesamte Feld der schnelleren Yachten stand dort in der Flaute mitten in der Nacht. Wir haben uns natürlich brav dazu gestellt und nach und nach weitere Lichter von hinten heran fahren sehen. Pffffff ….. drei Stunden (oder mehr?) stand wir da bei schönstem Nachtlicht (Mond, Sterne und Dämmerung).

Neustart bei Sonnenaufgang also: Die Frage war, wo setzt der Wind als erstes wieder ein? Unter Land oder weiter draußen auf See? Wir haben auf Letzteres gesetzt und sind konsequent mit 0,0 bis 0,1 Knoten auf dem Log Richtung Südost getrieben. Als erstes fuhr dann der Trimaran von Hanjo Tamm am Horizont los und war von da an nicht mehr gesehen.

Ein paar Hundert Meter vor uns kam dann der erste Hauch für die Einrümpfer – aus Süd. Mascalzone Germano, Sporthotel, Enjoy und Teeboot sind mit dieser Brise um die Stubbenkammer abgehaun. Eine halbe Stunde später haben wir dann ein kleines Lüft gespürt, haben den Spi hochgezogen und haben uns aus dem Loch von Saßnitz verabschiedet. Als der Wind dann nach dem Königsstuhl auf mehr als 15 Knoten von achtern aufgefrischt hatte, hatten wir schon gerechnet, dass wir in 3 Stunden im Ziel sein könnten. Aber nix da: auf halben Weg zum Kap Arkona schlief der Wind wieder ein und setzte eine halbe Stunde später wieder von Südwesten her ein.

Frühstück

Volle Konzentration beim Obstfrühstück vor Stubbenkammer.

Mit einem Anlieger um’s Kap, vorbei an Dranske und zum Schluss noch eine kleine Zielkreuz zum Fahrwasserbeginn zwischen Bug und Dornbusch – das war dann regelrecht noch „Champaign Sailing“: Sonnenschein, 10-15 Knoten Wind und angenehme Temperaturen. Hatten wir dieses Jahr auch noch nicht oft.

Mit einer gesegelten Zeit von knapp 16 Stunden hat Up and away dann also Yardstick-Klasse II gewonnen und war auch gegen allen anderen Schiffe schnelleste Yacht nach gerechneter (Yardstick-)Zeit. Leider gibt’s aber dafür keine offizielle Liste mehr. Yardstick III ging an Nurmi aus Stralsund. Mascalzone Germano gewann Yarstick I und Mañana siegte nach ORC. Rund Rügen bleibt also weiter fest in Greifswalder Hand. ;-) Schnellstes Schiff auf dem Wasser war wieder einmal der Trimaran Askari aus Lauterbach.

Hier die Ergebnisse von Rund Rügen 2015.

Sven Lamprecht (www.segel-fotografie.de) hat wieder schöne Fotos vom Start und vom Rest der Stralsunder Segelwoche gemacht.

Das Team Swash Buckler hat zudem noch einen ausführlichen Bericht zu Rund Hiddensee geschrieben.

   

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