BoddenRacer

Alte Säcke trainieren fleißig

Acht Laser – solche Trainingsgruppen gab es selten auf der Dänischen Wiek.

Mehr als 200 Tage bis zum America’s Cup, 100 Tage bis zum Start der Vendée Globe, aber nur noch 50 Tage bis zur Internationalen Deutschen Meisterschaft der Laser Master in Greifswald.

Vom 18. bis 20.September soll also das Highlight der Ü35 Segler stattfinden. Alle freuen sich drauf und momentan sind wir guter Dinge, dass das Event über die Bühne gehen kann.

Dafür haben am vergangenen Donnerstag sechs alte Säcke und Säckinnen und zwei noch nicht alt genuge Trainingspartner zusammen bei besten Bedingungen trainiert. Jede Stunde auf dem Meisterschaftsrevier zählt bekanntlich.

Wir sind uns bewusst, dass diese offen zu Schau gestellte, hohe Trainingsintensität durchaus einschüchternd wirken mag, hoffen aber dennoch, dass sich die ein oder anderen Auswärtigen motiviert genug fühlen, ihre Meldung abzugeben.

Take Care² und Linda führen Rekordliste an

Linda hält bisher den Rekord um die Bohrinseln nach berechneter Zeit.

Im Juni gab es schon eine Reihe von Versuchen auf der neuen Rekordstrecke auf dem Greifswalder Bodden. Der trickreiche Kurs verlangt offensichtlich nicht nur ein gutes Wetterfenster, sondern auch navigatorisches Geschick um den Ludwigsburger Haken und den Salzboddengrund. Reinzoomen auf dem Plotter nicht vergessen!

Die aktuell schnellste Zeit um alle drei ehemaligen Bohrinseln hat bisher die Fareast28r Take Care² vorgelegt. 1h 24min 48sek. War der Nordostwind Anfang Juni etwa ideal für diesen Kurs? So richtig ist die beste Windrichtung für den Dreieckskurs noch nicht klar.

Wenn man die beiden offiziellen Yardstick-Berechnungen (Seite 9 und 19 in diesem DSV-Dokument) anlegt, liegt übrigens die Hanse 350 Linda vorn. Juni-Wertung gewonnen!

Beide Berechnungen („Time on Time“ und „Time on Distance“ – ich rechne übrigens mit 9,1sm und Yardstick 110 als Nullboot) sind natürlich mit einem zwinkernden Auge zu sehen, weil sie ja eigentlich für Wettbewerbe vorgesehen sind, bei denen die Boote irgendwie gleichzeitig über den Kurs segeln. Aber es ist doch lustig zu sehen, dass alle Boot irgendwie eine Chance auf eine gute Zeit haben. Auch deswegen kann jeder die Bestenliste nach Belieben filtern, gruppieren und sortieren (Crewgröße, Monat, Berechnungstyp, …). Am Ende geht es ja nur um den Spaß, wenn es schon keine Regatten hier vor der Haustür gibt.

Noch spannender wird es sicherlich, wenn sich auch mal ein Boot mit einem ORC-Messbrief oder die ein oder andere Jolle der Herausforderung stellt. Für Juli hat Antje auf der Rubin übrigens auch schon eine Einhand-Zeit vorgelegt. Jetzt bist jedenfalls du dran! Tracker oder zumindest Stoppuhr an und ein Foto schießen nicht vergessen!

RügenRudder, Glasperle, Dornbusch Race

Auch die Glasperle war beim RügenRudder am Start. Hier ein Video aus der Vorstartphase. Im Bodden musste das Trias-Team dann nach Süden in Richtung Hafen abdrehen … hier der komplette Bericht der Crew und hier noch mehr Videos von den Jungs.

Apropos: Die Initiatoren vom RügenRudder haben dieser Tage noch ein „Dornbusch Race“ ausgerufen. Gleiche Regeln, anderer Kurs (von Stralsund rund Hiddensee) am 22.August.

Sporthotel auf dem Weg nach Norden

Kalle Dehler und seiner Tochter Rebecca (die ja auch einige Jahre erfolgreich für die Greifswalder Jugendabteilung im 420er gesegelt ist) sind dieser Tage beim Midsummer Sail gestartet und mittlerweile schon querab von Gotland. Der Kurs geht über ca. 900 Seemeilen von Wismar (dem südlichsten Punkt der Ostsee) ins schwedische Töre (dem nördlichsten Punkt). Auf der Webseite gibt es immer mal wieder Neuigkeiten aus der Flotte und einen GPS-Tracker. Hier das Video vom Start …

„Private Segelrunde“ – RügenRudder

Nach dem schönen Artikel über/von Oli von Bord der Asia de Cuba, gibt es noch einen Bericht von Micha von Wildcard.

In der Corona-Zeit hagelt es Regatta-Absagen, die gesamte Planung für unsere zweite Saison mit Wildcard bricht zusammen – kein Go4Speed-Training im April, kein Palby Fyn Cup im Mai, keine Mittwochsregatten, selbst das 50. Jubiläum der Boddenetappen im August fällt aus. Auch die Stralsunder Segelwoche, bei der wir immer beim Preissegeln und einer der beiden Streckenregatten antreten und 2019 Rund Rügen gewinnen konnten, wird komplett gestrichen.

Da taucht auf einmal Anfang Mai bei Facebook ein Post auf: Vier Stralsunder Segler initiieren in Anlehnung an das mittlerweile berühmte dänische SilverRudder das „RügenRudder“ – keine offizielle Regatta, sondern eine „private Segelrunde“ rund um Rügen, einhand oder zweihand, quasi als Ersatz für das offizielle Rund Rügen der Stralsunder Segelwoche. Start soll zum gleichen Zeitpunkt sein, 12. Juni, 18.00 Uhr südlich des Rügendamms. Die Klasseneinteilung erfolgt ebenfalls wie beim SilverRudder nur nach Bootsgröße, es gibt keine Verrechnung. Super Idee! Eine kurze Anfrage bei Heiko in Rostock – haben wir darauf Lust? Antwort: Klar, das machen wir! Also angemeldet und bei Jan von Dimension Sails in Stralsund die Klassenflagge für’s Achterstag abgeholt – der erste Lacher, es ist eine selbstgenähte Corona-Maske

Ein paar Tage vor dem Start wird dann klar, das wird kein Zuckerschlecken. Die Windvorhersage ist stabil bei Nordost 5-6 bft, mit der entsprechenden Welle auf der Ostsee. Vor dem Start bauen wir deshalb noch schnell das gute Laminat-Großsegel ab und das uralte, 15-jährige Dacron-Großsegel an – das steht zwar am Wind wie ein nasser, ausgebeulter Lappen, aber es ist unser einziges Groß mit zwei Reffs. Und wir sagen uns, erstmal starten und bis in den Greifswalder Bodden segeln, wenn’s dort zu heftig wird, können wir immer noch nach Greifswald abdrehen.

Pünktlich um 18.00 Uhr geht’s los. … weiter lesen.

Rekordstrecke Rund Bohrinseln

Die meisten Boote sind mittlerweile im Wasser, aber es gab kein Regattatraining, noch keine Mittwochsregatta und es wird dieses Jahr auch keine Boddenetappen geben.

Deshalb hier mein Vorschlag für die, die trotzdem irgendwie vor der Tür um die Wette segeln wollen: Wir gehen auf Rekordjagd! Und zwar ganz einfach jeder für sich, wann und so oft man will. Hier die Kursbeschreibung und die Regeln:

  • Start und Ziellinie ist in Verlängerung des Wiecker Kirchturms und der Nordmole (max. 300m von der Mole, also da wo ungefähr die R2 liegt)
  • einmal um alle drei Bohrinseln rum (Richtung egal)
  • Zeit selber nehmen (am besten per GPS-Track und oder Stoppuhr)
  • mind. 1 Foto/Video schießen
  • folgende Daten dann an redaktion@boddenracer.com oder über die bekannten Kanäle schicken:
    • Bootsname
    • Crewbesetzung
    • gesegelt Zeit
    • Windstärke (wichtig für die Time on Distance Berechnung)
    • Beweismaterial

Die Auswertung kann eine Tabellenkalkulation nach allen möglichen Kategorien machen: schnellste gesegelte Zeit, nach Yardstick (time on distance), nach ORC (time on distance), schnellste Kielyachten/Multihulls/Jollen/Surfer/Kiter/Foiler, Einhand/Zweihand/Corona-Haushalt/volle Crew, Monatswertung/Jahreswertung/best ever, schnellste Zeit bei Nacht, schnellste kumulierte Zeit der besten drei Runs während eins Monats/Jahres, schnellste Zeit mit den wenigsten Versuchen, etc . Jeder darf neue Kategorien dazu erfinden – es gibt bestimmt immer jemand, der schneller sein will.

Mit einer gesegelten Zeit von 1:56:00 h hat die Rubin schon mal eine Referenzzeit aufgestellt und ist somit Sieger der Wertung für den Monat Mai. Das trifft sich auch ganz gut, denn damit ist auch schon die Frage des Nullboots für die „Time on Distance“ Berechnung erstmal geklärt. Sobald also weitere Zeiten eintrudeln, gehen die Berechnung los und werden dann hier veröffentlicht. Let’s go!