BoddenRacer

Yardstick abgeschafft – ab jetzt nur noch ORC

Neben den ganzen Umwälzungen wegen diesem blöden Virus ist eine Sache fast untergegangen. Eine zukunftsweisende Änderung wird es nämlich in der neuen Saison 2020 (oder wann auch immer wieder um die Wette gesegelt wird) für die Greifswalder „Dickschiff“-Segler geben. Die vorpommersche Yardstick-Kommission hat nämlich in ihrer abschliessenden Sitzung Mitte März entschieden, dass unsere lokalen Regatten in Zukunft nur noch nach dem ORC-Club-Verrechnungssystem gewertet werden. Damit wird das Jahrzehnte alte Yardstick-System, zumindest in Vorpommern, nun endgültig abgeschafft. „Subjektiv“, „ausgewürfelt“, „nicht nachvollziehbar“ – die Argumente und Diskussionen über so manchen Rennwert waren nach jeder Regatta die selben. Die Yardstick-Zahlen wurden nur an Hand von Erfahrungswerten abgeschätzt und dann teilweise auch noch nachverhandelt. Das soll nun durch die flächendeckenden Einführung des objektiven und wissenschaftlich fundierten ORC-Systems beendet werden.

Die Vertreter der Regattasegler aus Greifswald (David Wilke, Holger Streckenbach und Michael Matthiessen), Stralsund (Thomas Engelbrecht), Rügen (Thomas Kaul) und Ueckermünde (Danny Stöcker) geben durch diesen Schritt ihre Funktion in der ehrenamtlichen Yardstick-Kommission Vorpommerns auf und delegieren die Arbeit der Rennwert-Zuweisung nun an den Deutschen Segler Verband in Hamburg. Allen ehemaligen Mitgliedern der Yardstick-Kommission sei an dieser Stelle noch mal herzlich gedankt. Ich persönlich will mir die schwierigen Diskussionen jedes Jahr zu einzelnen Booten gar nicht vorstellen.

Up and away – Seriensiegeryacht nach der Yardstick Verrechnungsformel – steht nun zum Verkauf.

Einen wichtigen Baustein hin zu dieser Entscheidung war auch der Besuch des Leiters der DSV-Abteilung Technik, Robert Jacobsen Anfang März zum Greifswalder Seglerabend. Jacobsen hat dort noch einmal die neusten Entwicklungen der weltweit anerkannten ORC-Vermessungsformel erläutert und erklärt, wie einfach der Weg zu einem ORC-Club Messbrief ist. Dazu müssen lediglich einige Maße selbst am Boot abgenommen werden und die Segel von einem Segelmacher vermessen werden. Für einige ist das sicherlich Neuland, aber einige erfahrene Greifswalder ORC-Segler haben auch schon ihre Hilfsbereitschaft signalisiert.

Kostenpunkt für einen ORC-Club-Messbrief: 100€ für den ersten und dann 80€ in den Folgejahren. Jacobsen hat beim Greifswalder Seglerabend auch noch mal anschaulich dargestellt, dass die Ausstellung jedes Messbriefs für den DSV quasi ein Minusgeschäft ist und somit von den Beiträgen der Mitgliedsvereine mitfinanziert wird. Den wenigen Skeptikern im Raum wurden damit eigentlich auch die letzten Zweifel aus dem Weg geräumt.

Eine mehrheitliche Unterstützung für die Umstellung gab es dann auch bei den Teilnehmern der großen Abstimmung auf der BoddenRacer Webseite (siehe unten). Mit 45 zu 12 Stimmen fiel das Votum doch sehr deutlich aus und hat am Ende auch der Yardstick-Kommission die Entscheidung leichter gemacht.

Die genaue ORC-Gruppeneinteilung für die großen überregionalen Regatten wie Rund Rügen, Rund Hiddensee, Boddenetappen, Langschlag/Rund Stubber, Haffregatta, etc. wird zur Zeit noch unter den Veranstaltern abgestimmt. Angestrebt werden natürlich einheitliche GPH-Grenzen. Ob die dann auch für die Mittwochsregatten und andere lokale Regatten gelten, bleibt abzuwarten und hängt letztendlich auch von den Meldezahlen post-Corona ab. Außerdem wird sich zeigen, ob andere Vereine und Regattaausrichter an der deutschen Ostseeküste dem Vorpommerschen Vorbild folgen werden.

Für alle Eigner heißt es nun also: Ran an den Speck und den Antrag für den Messbrief ausfüllen! Aus dem Home Office sind das keine 10 Minuten. Hier gibt’s das Formular zum Download. Wer in den letzten Jahren schon mal einen ORC-Messbrief hatte und seit dem nichts am Boot und am Segelinventar verändert hat, braucht auch nicht noch einmal am Boot zu messen. Auf der Webseite vom DSV gibt’s auch noch mal alle Infos zum ORC System erklärt. -> Link

In Zukunft wird es also nur noch Diskussionen über die Triple-Number geben. Je nach Windstärke (leichte, mittel, stark) wird nämlich für jedes Boot ein anderer Rennwert verwendet.


Richtigstellung:

Auch wenn viele Fakten in diesem Artikel richtig sind, ist der Inhalt angesichts des Veröffentlichungsdatums natürlich frei erfunden.

Die Yardstick-Kommission hat natürlich nichts zum Thema ORC beschlossen – jedenfalls nicht, dass ich wüsste.

Robert Jacobsen hat Anfang März wirklich einen tollen Vortrag zum Thema ORC in Greifswald gehalten. Als Mitarbeiter der Abteilung Technik beim DSV kennt er sich mit der Materie super aus und hat viele Details wirklich anschaulich erklärt. Trotzdem muss ich aber klarstellen, dass er NICHT der Leiter der Abteilung beim DSV ist.

Und sowieso und überhaupt war gestern der 1.April. :-)

Danke für die Aufmerksamkeit bei diesem Gedankenexperiment, dass sachlich gern in den Kommentaren weiter gesponnen werden darf.

Online Ressourcen: Wasserpegel in Greifswald Wieck

Tja, und was soll nun hier auf der BoddenRacer-Seite passieren, wenn alle zu Hause sitzen und in den Vereinen und auf dem Wasser nichts los ist? Ich hab mir gedacht, dass ich mal die Online-Ressourcen zusammenfasse, die zumindest ich mehr oder weniger regelmäßig checke, bevor ich auf’s Wasser gehe. Vielleicht ist für den einen oder anderen ein interessanter Link dabei, den er/sie noch nicht kannte.

Wasserpegel

Fangen wir heute also mal mit dem Wasserpegel an. Es soll ja Leute geben, die schon das ein oder andere Mal mit dem Kiel auf dem Trockenen gesessen haben. Also lohnt es sich immer, vor dem Auslaufen mal einen Blick auf den Pegel zu werfen.

Ein Stück Land im Greifswalder Bodden gekauft. Wer träumt nicht davon? ;-)

In Greifswald haben wir eine offiziell Messstelle, ca. 200m landeinwärts von der Wiecker Klappbrücke am südlichen Ufer, dort wo die befestigte Kaimauer endet. Wer genau die Messstation betreibt weiß ich gar nicht, aber man kann sie an verschiedenen Stellen online einsehen.

Auf der Webseite der WSV (Wassserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung) Pegelonline gibt es eine interaktive Karte/Grafik, auf der man den Pegelstand minütlich ablesen kann. Das ist zwar ganz nett, aber irgendwie benutze ich die Seite eigentlich recht selten.

Kurzfristprognose (Heute + 3 Tage)

Ich schaue da eher immer mal auf die Grafik unten. Die steht zwar auf der Webseite vom BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), zeigt aber auch die Daten der letzten 24 Stunden von Pegelonline und dazu zwei Vorhersagemodelle für die nächsten drei Tage. Das ist doch mal was. :-) Die Grafik stammt genau von dieser BSH-Webseite und dort kann man die gleichen Graphen auch für andere deutsche Ostseestädte finden.

Quelle: Das Bild hier ist ein Hotlink vom BSH, also die aktuellste Grafik. Klick auf das Bild, damit du siehst, wo es her kommt.

Das nächste Mal suche ich dann ein paar spannende Links zu Seekarten und unserem Revier hier vor der Haustür raus. Bis dahin – bleibt gesund!

„Offshore Racing Congress“ in Greifswald


An diesem Mittwoch, 04. März, um 19.00 Uhr gibt es wieder eine interessante Veranstaltung im Schilfhaus des Greifswalder Yachtclubs. Und zwar geht es dieses Mal um die neuesten Entwicklungen und Trends des Offshore Racing Congress (ORC). Was steckt hinter den ganzen Zahlen zur ORC-Handicap-Formel? Und wo werden eigentlich die 80€ für das jährliche ORC-Club-Zertifikat reingesteckt?

Diese und natürlich alle anderen Fragen könnt ihr am Mittwoch Abend Robert Jacobsen und Johannes Christophers von der Abteilung „Technik und Seeregatten“ beim Deutscher Segler Verband stellen. Nicht nur für Zahlen-Nerds!

Vortrag: Kalle und Olli zur neuen Dehler 30 OD

„Europas Yacht des Jahres“ und schon in der engeren Auswahl für die neue Offshore Disziplin bei Olympia 2024 vor Marseille. Die neue Dehler 30 OD, made in Greifswald, schlägt schon jetzt große Wellen. Und es poppen ja gerade auch immer mehr dieser kleinen Renner aus der Hanse-Werft und sind auf dem Außengelände zu begutachten.

Da passt es doch perfekt, dass an diesem Donnerstag, 27. Februar, der nächste Greifswalder Seglerabend stattfindet. Dazu erwarten wir niemanden anderes als Projektleiter Kalle Dehler und den Greifswalder „Offshore-Berater“ Olli Schmidt-Rybandt, die uns ein bisschen zur Geschichte und Entwicklung des neuen Greifswalder Aushängeschilds erzählen werden.

Los geht’s wie immer 19.30 Uhr im Schilfhaus des Greifswalder Yachtclubs. Weitersagen!

Trainingslager in Hyères, FRA

44h auf dem Wasser, 8h Sport an Land, 6h Theorie, 8h Boots Arbeit. Das Trainingslager in Südfrankreich hat für unsere Jüngsten ganz schön reingehaun. Hier ihr Bericht:

Wir OptiSegler aus Greifswald, Johann (13), Lukas (10) und Maximilian (9), kamen nach einer langen Reise in Hyères Südfrankreich an.

Schon am Sonntag ging es für Maximilian und Lukas direkt mit Segeln los während Johann aus Krankheitsgründen erst am Freitag einsetzte. Das Wetter war sehr schön, es war sonnig und wolkenlos auch wenn es nicht immer perfekt war. Der Wind war jeden Tag da wenn auch nicht die ganze Zeit. Von Flaute bis Hack war alles dabei. Mit wenigen Ausnahmen gab es jeden Morgen um 7:45 Uhr Frühsport und anschließend holten wir Baguette für 1 Euro.

*Drive it like you stole it* – Lukas im Gangster look.

9:30 Uhr war dann Abfahrt zum Hafen. Circa 10:15 Uhr legten wir dann ab und segelten bis 15:30 Uhr.

Wenn wir mal früher rein kamen machten wir noch Theorie oder Sport so wie fast jeden Nachmittag nach dem Segeln. Maxi und Lukas spielten dann danach meistens mit den anderen noch am Strand. Johann ging nachmittags oft noch Skatboarden.

Eine dicke Umarmung für das Lieblingssportgerät.

Maxi reiste schon nach der ersten Woche ab während Johann und Lukas noch die zweite Woche dort blieben. Wir haben noch zwei Trainingstage vor uns und am Freitag treten wir die Heimreise an.

Wir hatten viel Spaß sowie Muskelkater und freuen uns jetzt schon aufs nächste Jahr.

Liebe Grüße von Johann, Lukas und Maximilian

Außerdem waren auch Arvid und Lovis mit dem 420er Landeskader in Hyères dabei. Und auch Theresa hat sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen an der Côte d’Azur fleißig ihre Trainingsrunden zu ziehen.