BoddenRacer

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Vor allem können so auch mal kleinere Beträge, wie z.B. ein einzelnes Foto, gepostet werden.
Was hälst du davon?

2017 Rückblick – ein erfolgreiches Jahr für Greifswalds Regattasegler

Was hast du gemacht als du 9 Jahre jung warst? Adele Hübner (GER 1197) ist dieses Jahr jedenfalls U10-Landesmeisterin im Opti geworden!! Und das bei den schwierigen Bedingungen auf dem Schweriner Innensee Mitte September. Nun zwar reichlich spät, aber trotzdem riesige Glückwünsche und stehende Ovationen bitte!!


Und zum Jahresabschluss hier – in loser Reihenfolge – nochmal einige der vielen herausragenden Leistungen von Greifswalds Regattaseglern in 2017:

Theresa Wierschin hat in der olympischen Bootsklasse Laser Radial international Fuß gefasst. In Estland ist sie U17 Vize-Europameisterin geworden, bei der U17-WM in den Niederlanden belegt sie Platz 6 und in Schwerin hat sie sich den Vize-Landestitel geholt. Olympiasegeln 2024 in Marseille, oder wie?

Hagen Benz hat mit Mañana von Swinemünde aus die polnische Einhandmeisterschaft Rund Christiansø gerockt. Die Polen haben nicht nur das schönes Holzboot, sondern auch Hagens Leistung bestaunt!

Die Crews von Swash Buckler (ORC1) und La Familia (ORC2) haben der vorpommerschen Konkurrenz bei Rund Hiddensee mal wieder gezeigt, wo der Bootshaken hängt und gewonnen. Außerdem haben beiden Crews auch bei unserer Mittwochsregatta in ihren Klassen gesiegt. Zufall?
Beim X-99 Gold Cup ist Swash Buckler außerdem Zweiter geworden.

Die Brodus Crew (Anne Krüger, Mathias Busch und Sebastian Lünse) hat die Deutsche Klassenmeisterschaft der Seascape18 auf dem Zwischenahner Meer gewonnen. Damit sind sie auch im dritten Jahr in Folge bestes deutsches Seascape18 Team.

Mit Franziska Lang, Lovis und Juli Bollmann waren die Greifswalder Segelvereine seit einigen Jahren wieder bei der Deutschen Opti Meisterschaft vertreten. Besonders Franzi hat dabei mit Platz 36 von über 200 Teilnehmern in Travemünde überzeugt. Und da kommt sicher noch mehr!!

Das junge Sailingteam Imagine hat vor allem wieder bei den großen Internationalen Offshore Regatten die Greifswalder Flagge hoch gehalten. Erst der Gruppensieg bei Rund Bornholm und beim Fastnet Race sind sie mit dem 40. Gesamtplatz (von über 300 Startern) sogar drittbestes deutsches Team geworden. Und so ganz nebenbei segelten Felix und Theo auch im britischen Fast40+ Rennzirkus vorne mit.

Neues Schiff, erste Saison: Familie Müller hat mit ihrer Crew auf der X-332 Reckless Rat auf Anhieb die großen regionalen ORC-Regatten dominiert. Rund Rügen und Bodden-WM gewonnen – bäähm!

Den Gurken Cap hat sich die Crew von SchwuppDiWupp im Sturm erobert. Eisschollen perfekt getroffen!

Max Müller, Jenni Maladinski und Max Steigel haben mit ihrem 5.5er Prettynama bei der Weltmeisterschaft in Frankreich einen ebenso überraschenden wie überzeugenden 5.Platz abgeliefert. Bei den German Open wurden sie zudem zum wiederholten Mal bestes deutsches Team. Neues Schiff läuft!

Die ASV-Aktivitas hat mit Stubber die Regatta beim Hiddensee-Treffen in Stralsund gewonnen und ist damit quasi Hiddensee-Weltmeister. Dazu kommt der Weltmeistertitel bei den Boddenetappen in ORC3 – mit einem 40 Jahre alten Schiff. Da staunen die Nicht-Akademiker!

Theo Steinbrückner, hier beim 30kn Training zwischen den Bohrinseln, hat in überzeugender Manier den Jollencup gewonnen. Ungeschlagen!

Bei der Ueckermünder Haffregatta hat Michael Amtsberg mit seiner Arkona den Sieg in seiner Yardstick-Gruppe ersegelt. Auch das ist völlig an der BoddenRacer Redaktion vorbei gegangen! Gibt’s da noch einen Bericht?

Die andere neue X-332 in Greifswald, die Sidekicks von Holger Neumann, ist zum Einstieg bei Rund Bornholm mit einer Greifswalder All-Stars Crew Zweiter in der Klasse ORC3 geworden. Und Oliver Schmidt-Rybrandt hat als Skipper des alten Volvo Ocean Racers Glashäger vom Rostocker Speedsailing Unternehmen den uralten Rund Bornholm Rekord um wenige Sekunden geknackt.

Nach der WM im Vorjahr haben Jolanda und Arvid Müller in diesem Frühjahr wieder die schwierige Quali zur offenen (ja, es segeln auch Erwachsene) 420er Europameisterschaft in Athen geschafft. Dort lief es zwar nicht so wie erhofft, ein tolles Erlebnis zum Abschluss war es trotzdem. Jolanda studiert nun in Flensburg, und Arvid segelt seit dem Sommer mit Lovis.

Mit einem zwinkerndem Auge kann ich behaupten, beim Berliner Skiff Bash meine allererste Regatta mit der Motte gewonnen zu haben. Ich glaube nicht mal Pistol Pete (Burling) hat das geschafft. 😉

Torsten Langes Möner hat das große Blaue Band des Greifswalder Boddens gewonnen. Mit ganzen 17 Sekunden Vorsprung! 😎 Und kaum Berichterstattung. 🙁

Mit vier Siegen bei vier Etappen hat Toni Längert mit Medea den Hanse Cup nicht nur souverän in seiner Gruppe gewonnen, sondern auch die Gesamtwertung aller Yachten (Hanse und Dehler, groß und klein, mit Hut und ohne) nach berechneter Zeit für sich entschieden. Titel verteidigt!

Kalle Dehler hat auf seiner Sporthotel als einer der wenigen das lange Einhand-Flautenrennen bei der Silverrudder Challenge durchgehalten und ist Fünfter in seiner Kategorie „Keelboat Large“ geworden. Über 30 Starter haben aufgeben, nur 18 sind ins Ziel gekommen, 17 Startberechtigte sind vor Angst gar nicht erst angetreten. Mit voller Mannschaft und nach ORC-System ist die Sporthotel außerdem Polnischer Meister und Vize-Europameister in der Amateuerwertung geworden.

Die Melges24 Slippery when wet ist nach dem Mastbruch im Frühjahr nur schwer in Tritt gekommen. Die Jungbullen um Mattes Köppe haben dann die stürmische Kieler Woche bravurös gemeistert. Auf dem Columbia River im Nordwesten der USA ist dann im Juli eine vierköpfige Delegation aus Greifswald bei der Nordamerikanischen Meisterschaft gesegelt und zwei Wochen später in Helsinki bei der WM (beides wieder mit Phil aus Texas). Bei der Schweizer Meisterschaft im Oktober sind die alten Säcke dann knapp nicht Letzter geworden. Na immerhin! 😉

Achja und die Greif hat vor Warnemünde das HanseSail MatchRace gewonnen. 🙂


So, ich hab mir zwar Mühe gegeben, aber wen hab ich noch alles vergessen?

Vielen Dank hier allen fleißigen Schreiberlingen. Ich hab Versprechungen, dass noch ein paar Berichte in den nächsten kalten Monaten nachgereicht werden. Also klickt euch immer mal wieder vorbei und guckt. Und wenn ihr Anregungen oder Verbesserungsvorschläge habt, immer her damit. Das ist UNSERE Webseite!

Sehr verehrte BoddenRacer und Fans, ich wünsche uns ein frohes neues Jahr!

Bis bald (Seglerball ist am 10.März 2018)!

Philipp Gläser

So wie viele Greifswalder Segler in diesem Jahr, steht unsere (gar nicht mehr ganz so) frisch gebackene Landesmeisterin Adele hier auf dem obersten Treppchen! Toll! Und herzlichen Glückwunsch an alle!

Sydney Hobart Race: Theo wieder dabei!

Foto © Craig Greenhill

Hollywood Boulevard (hier im Vordergrund) ist zusammen mit Wild Oats X in der Gruppe IRC0. Foto©Craig Greenhill

Theo Streckenbach, der seit einer Weile bei North Sails in Auckland, Neuseeland arbeitet, ist dieser Tage wieder beim australischen Hochseeklassiker dabei! Von der Imagine-Facebook Seite:

Frohe Weihnachten an alle!

Ganz besondere Grüße vom gesamten Imagine-Team gehen dieses Jahr nach Sydney, wo Theo wie im vergangenen Jahr mit der Farr55 Hollywood Boulevard beim Sydney-Hobart Race teilnehmen wird.

Die Vorhersagen versprechen ein noch schnelleres Rennen als im Rekord-Jahr 2016. Das werden sicher spektakuläre Bilder, vor allem vom Start. An der vordersten der 3 Startlinien in Klasse IRC Zero wird Theo mit seinem Team um 3 Uhr nachts deutscher Zeit (26.12.) inmitten der 100ft-Boote und anderen unzähligen Rennmaschinen an den Start gehen. In Sydney-Harbour direkt werden wieder 600.000 Zuschauer live vor Ort und Millionen weitere via TV/Internet erwartet.

Wer den Start verfolgen möchte, kann dies auf der Website der Veranstaltung tun. Tracker gibt’s hier oder hier.

Wir drücken Theo die Daumen, dass Hollywood heile und sicher in Hobart ankommt und vielleicht kann ja der magische Speedrekord von 31 Knoten aus dem Vorjahr geknackt werden !!!

Backbordschlag oder Liegestütze? Frohe Weihnachten euch allen!

Allen BoddenRacern sei hiermit frohe Weihnachten gewünscht! Dazu gibt’s noch ein paar schöne Bilder von unserer Nikolausregatta am Anfang des Monats. Ihr seht, es hat wieder Spaß gemacht – sowohl auf dem Wasser also auch an Land. Und auch wenn natürlich wieder (mit allen Mitteln?) hart gekämpft wurde, waren am Ende irgendwie alle Gewinner. Danke an die Seglerjugend um Jorn und Rieke für die Durchführung der Regatta.

So, und nun habt ein paar schöne Tage und denkt dran: Bald ist Ansegeln! 😉

Abenteuer Motte segeln – meine ersten Regatten

Seit zwei Jahren habe ich nun meine Motte. Abheben und geradeaus fliegen ging anfangs recht schnell und einfach. Lange Zeit hab ich mich dann auch nur daran erfreut. Um die Ecken segeln ist jedenfalls ein anderes Thema. Bei irgendeiner Mittwochsregatta ist der Topspeed mal über die 20kn gerutscht. Wer weiß, wie genau der GPS da war, aber der Aufprall kurz danach hat jedenfalls ganz schön weh getan.

Dieses Jahr hatte ich mir dann vorgenommen, mich mal mit anderen Motten zu messen. Mitte August bin ich dann also meine erste Motten-Regatta gesegelt – die Deutsche Klassenmeisterschaft 2017. HALT, das stimmt gar nicht: Ich war ja schon im Frühjahr am Himmelsfahrtswochenende auf dem Berliner Müggelsee. Kurz vorher hatte ich mal wieder ein kleines Problemchen an der Bastelkiste (diesmal nur die Rumpf-Deck-Verbindung aufgegangen, mehr nicht) und die Potsdamer Motten-Freunde haben mir großzügig ihre Erfahrung und Hilfe angeboten. So bin ich also mit dem bescheidenen Ziel, nach dem Wochenende wenigstens ein repariertes Boot wieder mit nach Hause zu bringen, nach Potsdam/Berlin gefahren. Der chirurgische Eingriff war nach ein paar kurzen Stunden mit Harz und Kohlfaserschnipseln überstanden und dann ging es nach also doch zur Regatta zum Müggelsee. 11-Fuß-Flitzer, die mit 30 kn Downwind über der aufgepeitschten Wasseroberfläche fliegen, so stellt man sich das ja vor – aber Pustekuchen! Wie wir jetzt wissen, war es wohl das wärmste Wochenende des Jahres und auf dem Müggelsee war Pupenflaute. Die Motten sind dabei mit Mühe an den schwimmenden Technoparties der Berliner Feiertags-Hipster auf ihren Mietshausbooten vorbei getrieben.

Aber Jollensegeln haben wir ja mal gelernt: nach Windfeldern gucken, ordentlich starten, Winddreher mitnehmen, … wenn die Motten im Low-Rider-Modus fahren, unterscheiden sie sich am Ende kaum von anderen Jollen – außer dass der Rumpf nur 30cm breit ist und dieser Balanceakt bei 3kn Geschwindigkeit wohl der anstrengendste Segelmodus auf der Motte ist.

An Land hat sich schnell der Spirit der Bootsklasse gezeigt. Da wird nicht mit Tipps, Erfahrungen, Ideen, Werkzeug oder Material zurück gehalten – sondern bereitwillig unter den Seglern getauscht. Und auch wenn es auf dem Wasser nur einen ganz kleinen und wenig aussagekräftigen Einblick in die taktischen und technischen Besonderheiten dieser Bootsklasse im Wettkampfmodus gab, hat es doch schon eine Menge Spaß und vor allem Lust auf mehr gemacht.

Deswegen hab ich mich also im August auf den Weg zum Wittensee (im Hinterland von Eckernförde) gemacht. Für die Motten ein perfektes Revier: keine Welle und drumrum flache Landschaft, über die der Wind ungehindert hinwegfegt. Wie in Greifswald eigentlich. Dazu ein kleiner aber feiner Club, mit super engagierten Helfern, die sich ohne zu Mucken ins Zeug legen, um für die Segler eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen (wie gesagt, wie in Greifswald 😉 ). Zudem war für das lange Wochenende bestes Flugwetter vorhergesagt.

Freitag. Race day. 10-15kn Wind. Perfekt. Das ist auch das Windfenster, bei dem ich mich hier in Greifswald aufs Wasser traue. 15 Minuten noch bis zum 1. Start. Ein bisschen wird mir jetzt schon mulmig. Denn bei solchem Flugwetter, wo ich so 10-12kn Amwind und knapp 20kn Downwind fahren, habe ich auf dem Bodden schon einen gewissen Sicherheitsabstand zu anderen Booten gelassen – und nun fliegen mir sogar andere Motten (und zwar noch schneller) auf engstem Raum um die Ohren. Puhhh. Ein paar Testschläge noch um die optimale Flughöhe für die Bedinungen herauszufinden und einzustellen und dann mal in Richtung Startschiff gucken. Viele Boote sind noch gar nicht auf dem Wasser, da wird’s sicher noch ein bisschen dauern. Als ich aber am Startschiff mit 15kn vorbei eiere, geht just die Vorbereitungsflagge runter – letzte Minute also! Uuups. Bei den Motten hat scheinbar immer irgendeiner ein Problem mit dem Material, mit dem ein oder anderen Körperteil oder (im besten Fall) weiß einfach noch nicht, welche Foils er heute benutzen will. Da kann man gar nicht auf alle warten. Ich bin also bei 40 Sekunden etwa in der Mitte der Linie und sehe, dass ich viel zu früh am Pin End bin, wenn ich so weiter fahre (fliege). Bremsen geht nicht wirklich und eine Wende kommt nicht in Frage – da würde ich nicht wieder rechtzeitig zum Start auf die Foils kommen. In den Wochen davor habe ich aber endlich den richtigen Dreh (im wahrsten Sinne des Wortes) für die durchgefoilte Halse rausgefunden. Bei 30 Sekunden denke ich mir also „Jetzt oder nie, diese Halse MUSS sitzen“. Also abfallen, wahninnig beschleunigen, früh unterm Baum durchtauchen, und easy das Boot hinterher steuern, Hände wechseln, anluven, geschafft, ich fliege noch. 🙂 15 Sekunden noch zum Start und ich fahre mit voller Fahrt mit Wind von Backbord aufs Startschiff zu. Aber das passt. Bei zwei/drei Booten muss ich hinten rum und fahre mit einem Nullstart mit Steuerbordbug (ähhh… Backbordschlag heißt das ja jetzt offiziell) nach rechts raus. Meine erste fliegende Motten-Regatta beginnt.

Als ich mich nach 300m das erste Mal umdrehe um mich zu orientieren, sehe ich niemanden. Alle anderen sind links raus und kaum noch zu erkennen. Da oben ist aber schon die Tonne. Bin ich etwa Erster? Gleich kommt aber das Ufer, da muss ich eine Wende machen. Hoffentlich reicht es als Anlieger zur Tonne. Zwar kenter ich nicht mehr bei jeder Wende wie in meinem ersten Jahr, aber es ist doch noch qualvoll langsam durch den Wind und wieder auf die Foils zu kommen. Gegenüber einer durchgefoilten Wende verliere ich da locker 300m (reicht das überhaupt?). Nachdem ich also auf dem neuen Bug endlich wieder fliege, fällt mir fast die Kinnlade runter. Kann das sein? Da vorne am Horizont fährt das Feld auf die Tonne zu und mein Bug zielt gefühlt auf die Startlinie. Was für ein Wendewinkel! 110, 120 Grad bestimmt. Wenn ich wieder auf Speed bin sicherlich ein bisschen weniger. Ich hab zwar keinerlei Elektronik um das zu überprüfen, aber ich muss mich jedenfalls völlig neu orientieren und umgewöhnen. Ein komplett neues Spiel für mich.

Als ich um die Luvtonne fahre, sind die Ersten fast wieder unten durch am Lee-Gate. Auch der Downwind ist anfangs für mich völlig neu. Ein paar andere Nachzügler hab ich aber als Orientierung, welche Winkel und Geschwindigkeit man hier so fährt. Mir fahren jedenfalls alle um die Ohren. Tiefer, höher, schneller, höher & schneller und auch tiefer & schneller. Wenn’s gut läuft und meine Halsen sitzen, kann ich vielleicht ein/zwei Leute mit Manöverproblemen überholen, auch wenn sie im Straight-Line-Speed mit ihrem neueren Material (vor allem besseren, kleineren Foils) 3-5kn schnell fahren. Meine Devise für diese Regatta war also schnell klar: Gut starten und so wenig wie möglich andere Boote überholen lassen. Dass ich jemanden einhole, der einmal vor mir ist, ist so ziemlich ausgeschlossen. So ist das, wenn man mit einem 10 Jahre alten Boot in einer Konstruktionsklasse unterwegs ist. (Wie war das mit dem „… knife to a gun fight.“)? 🙂

Auf dem Downwind muss ich jetzt also „nur“ noch richtig raten, dass ich vielleicht wenigstens so ungefähr die Anliegelinie zum Gate treffe. Von den Halsewinkeln hab ich natürlich auch überhaupt keinen Plan. 🙂 Als ich zur Halse ansetze und noch ein bisschen zögere haut’s mich voll aus den Schuhen und ich überschlage mich bei ca. 18kn. Zögern ist tödlich. Aber kein Problem, das Boot wiegt nur so um die 35kg und wenn man beim Aufschlag nach vorne raus katapultiert wird und dabei alles los lässt und an den Wanten vorbei fliegt, passiert eigentlich nichts. Boot aufrichten und weiter. Jetzt das Gate. Anluven bei 20kn ist aber auch so eine Sache. Ich ditsche aber nur mal kurz mit dem Wingbar (wo ich draufsitze) auf der Wasseroberfläche auf und freue mich, dass ich eine von den drei Runde geschafft habe. 10 Minuten sind vorbei und ich bin fix und fertig.

Die zweite Kreuz schaffe ich dann mit nur zwei Wenden über links. Ein junges Mädel aus Bayern fährt zwar höher und schneller an mir vorbei. Das ist aber ok, damit habe ich gerechnet. Auf dem Kurs wird es mittlerweile unübersichtlich. Die 25 Boote sind über die ganze Bahn verteilt und ich sehe nicht mehr durch, wer vor und wer vielleicht noch hinter mir ist. Als auf der Mitte des zweiten Downwind der junge Schwede (der vor kurzem noch den Artemis Katamaran beim Youth America’s Cup gesteuert hat) an mir vorbei pretscht, weiß ich dass ich überrundet bin. Damit darf ich nach dem Gate weiter nach Lee ins Ziel fahren. Die Motten-Klasse fährt nämlich ein „Grand Prix Finish“ (wie bei der Formel 1), d.h. dass nach dem Ersten alle ins Ziel fahren dürfen und die Wertung je nach Rundenzahl erfolgt. Zuerst also alle, die drei Runden geschafft haben, dann die mit zwei Runden usw. Wirklich clever für alle Beteiligten. Mir gibt das an diesem Wochenende einige Male ein kleines bisschen mehr Verschnaufpause und die Schnellen müssen nicht so lange warten. 🙂

Am Samstag Vormittag hat der Wind dann noch weiter aufgefrischt. Nach ein bisschen kollektiven Zögern, bin ich zwar rausgefahren, hab aber schnell gemerkt, dass nicht ich Boot fahre, sondern das Boot mit mir. Weiter als Halbwindkurs konnte ich nicht abfallen – das ging mir alles zu schnell und ich hatte einfach keine Kontrolle mehr. Bevor irgendwas schlimmes passieren konnte, bin ich dann an Land und hab mir mit 10 anderen Seglern das Spektakel von dort angesehen.

Nachmittags hat der Wind dann merklich abgenommen, sodass ich mich noch mal für ein paar Wettfahrten raus getraut habe. Und das hat sich wirklich gelohnt. Meine Halsen wurden immer sicherer und wenn ich nach den Wenden weit genug abfalle, bin ich in auch bald wieder auf den Foils. Wenn ich bloss wüsste, was ich bei „dieser einen“ Wende anders gemacht habe, als ich nur mal kurz mit dem Rumpf aufgeditscht bin und quasi gleich weiter gefoilt bin … na liegt jedenfalls noch eine Menge Arbeit vor mir.

Apropos Arbeit….. diesen Winter werd ich mich mal ran machen, wenigstens eine längenverstellbaren Fühler (das Ding, das da am Bug runterhängt und meine Flughöhe „misst“) zu basteln, damit ich auch bei ein bisschen Welle besser klar komme. Für den Bugsprit, der ja mittlerweile bei den Motten zum Standard geworden ist, fehlt mir jedenfalls noch die Phantasie, wie ich den selber basteln könnte … Bug aufschneiden, Führung für die Längsstößer durch den Rumpf neu machen, … ??? puuuhhh

An der Motte gibt es immer was zu basteln.

Am Wittensee hat sich mir jedenfalls gezeigt, dass die Motte das geilste Boot ist, mit dem ich je bei der Regatta nur hinterher gefahren bin. Es macht einfach einen riesigen Spaß. Und zuhause auf der Dänischen Wiek würde ich wohl kaum mit einem anderen Boot alleine rausfahren. Mit der Motte heize ich aber einfach mal so über die Bucht und freue mich, wenn ich die Kiste immer ein bisschen besser beherrsche. Die Lernkurve ist jedenfalls weiter steil.

Ich hoffe, dass ich in 2018 mal ein paar andere Mottensegler für ein gemeinsames Trainingswochenende in Greifswald motivieren kann. Und wer weiß, vielleicht können wir ja auch irgendwann mal eine Regatta hier austragen. Ich denke, die Bedingungen dafür auf dem Wasser und an Land könnten kaum besser sein.

Philipp Gläser

Tolles Segelrevier zum Mottensegeln – die Dänische Wiek.

Hier gibt’s noch die Ergebnisliste und eine Foto-Galerie vom Wittensee.

Zwei Imagine-Paukenschläge zum Saisonende

Das Sailingteam Imagine um Familie Streckenbach hat die Segelsaison wieder mit einem Paukenschlag beendet. Zwei sogar – um genau zu sein. Der erste ist ein halbstündiger Video-Zusammenschnitt der vielen (inter)nationalen Regatten, die das Team wieder bestritten hat – Rund Rügen, Marstrand Big Boat Series, Rund Bornholm, Fastnet Race, … um nur einige zu nennen. Schaut den Film an – es lohnt sich! Schön sind neben den vielen Actionshots vor allem die „Interview“-Sequenzen mit den Crewmitgliedern, die dem ganzen eine schöne persönliche und greifbare Note geben. Weiter so und bitte mehr davon!!! 🙂

Den andere Paukenschlag gab es mit einem kleinen Facebook-Beitrag schon vor ein paar Wochen, in dem das Team den Kauf einer Melges 32 verkündete. Die ehemalige Airis ist eine richtige Rennziege, die in diesem Jahr unter den italienischen Voreignern Weltmeister in der ORC-3-Klasse geworden ist. Für Greifswald ist das wieder ein kräftiger Push beim High-Performance-Segeln. Sehr geil! Die Gegner werden sich nächstes Jahr warm anziehen müssen! 🙂

Die neue Rennziege auf dem Weg nach Greifswald.

Stürmisches Ende einer erfolgreichen Saison für Theresa

Mit ihrem Umzug nach Rostock und den vielen Trainingsstunden auf der Ostsee hat Theresa Wierschin in diesem Jahr einen riesigen Sprung nach vorn gemacht und erste internationale Erfolge gefeiert. Mit einem stürmischen Trainingslager vor Warnemünde hat sie nun die lange Saison ausklingen lassen.

Jetzt ist die Segelsaison fast wieder zu Ende. So wie jedes Jahr endet die Segelsaison auch dieses Jahr nach dem Herbsttrainingsblock in Warnemünde. Am 21.-22.10.17 veranstalteten die Schweriner, wie jedes Jahr, ihren Herbstpokal, für viele die letzte Regatta im Jahr.

Bei 12 Grad war es wohl ein eher warmer Herbstpokal, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren. Die Windverhältnisse waren auch nicht extrem. Schöne 8-12kn bereiteten uns noch eine schöne Abschlussregatta. Am Ende nach 6 Rennen belegte ich Platz 5 und nach der Siegerehrung ging es auch gleich weiter und zurück nach Warnemünde, wo am Montag die letzten intensiven Stunden auf dem Wasser begonnen haben.

Trainingslager mit dem Bundesnachwuchskader vor Warnemünde. (Foto: Franziska Goltz)

Genauso wie im letzten Jahr habe ich bei den Mädels und Franzi (Bundesnachwuchstrainerin) mit trainiert und wieder viel dazu gelernt. Bei besten Warnemünder Bedingungen, also Wind und Welle aus West, haben wir noch einmal die letzten 20 Wasserstunden gesammelt. Mit Muskelkater überall und total fertig waren wir dann auch nicht ganz so böse als am Samstag der Laserheldenspuk am 28.10-29.10. wegen Starkwind abgesagt wurde.

Am Freitag zuvor waren wir auf jeden Fall teilweise noch auf dem Wasser. Gegen 14 Uhr, als der Wind dann abgenommen hatte, sind Hannah und ich noch einmal rausgefahren, um das beste Warnemünder Segelwetter nicht zu verpassen. Dies war wohl auch die letzte Wassereinheit dieses Jahr. Jetzt werden die meisten Trainingsstunden in den Laufschuhen und im Kraftraum absolviert werden, um den wichtigen athletischen Teil des Segelns noch zu verbessern.

Einmal noch Warnemünder Traumbedingungen geniessen – Ende Oktober. brrrr. (Foto: Franziska Goltz)

Das neue Segeljahr 2018 ist auch schon in Planung. An dieser Stelle möchte ich mich aber noch ganz herzlich bei meinem Verein und allen denen, die mich unterstützt haben bedanken dafür, dass sie mir geholfen haben, 2017 so erfolgreich werden zu lassen.

Theresa Wierschin