BoddenRacer

Kieler Woche 2. Teil – 420er und Melges24 aus Greifswald dabei

Nachdem ja die beiden Hälften der Kieler Woche nicht mehr strikt nach olympischen und nicht-olympischen Klassen getrennt wird, waren sowohl beim 1.Teil als auch beim 2. Teil Segler aus Greifswald am Start. Von Donnerstag bis Sonntag waren also Jolanda und Arvid im 420er und die Melges24 Slippery when wet vor Ort und zeigten Flagge für unsere Hansestadt.

Die beiden Müllers haben im Feld der über 160 Boot leider nicht so richtig in die Regatta gefunden. Große Startgruppen, viel Gedrängel an der Startlinie und schwer zu lesenden Winddreher hat ihnen das Leben auf der Regattabahn nicht leicht gemacht, erzählt Jolanda. Am Ende haben sie somit knapp die Goldgruppe verpasst, haben dafür aber in der Silbergruppe ganz vorne mitgemischt. Am Ende liegt eine lehrreiche Woche in einem starken internationalen Feld und ein 63. Gesamtplatz hinter den beiden. Jetzt – auch im Endspurt in der Schule – geht es für die beiden in die letzte Vorbereitung für die 420er Weltmeisterschaft in zwei Wochen im italienischen Sanremo.

Auf der Melges24 Slippery when wet haben sich diesmal Tim, Heiko, Gunnar, Madlén und ich ins Getümmel gestürzt. Nach viel basteln, tunen und polieren im Winter und Frühjahr, war uns das starke Feld (vor allem mit den übermächtigen Italienern und Briten) gerade recht um mal den Stand der Dinge in Sachen Bootstrimm und Crewabstimmung abzufragen und dabei offen zum Ausprobieren zu sein.

lasertrimm

Jeder Stein wird umgedreht. Hier wird der Mast mit Hilfe von ‘nem Lasergerät gerade gestellt.

Am Ende hätten wir uns gewünscht, dass es eine Sonderwertung für die Startkreuzen gegeben hätte. Es ist doch ein schönes Gefühl, öfter mal bei den Profis an der Spitze mitmischen zu können. Leider sind wir wohl noch nicht soweit, das dann auch zu halten. Auf den Downwind-Strecken, gerade bei ein bisschen mehr Wind, werden wir jedenfalls noch regelmäßig in die Schranken gewiesen.

Immerhin können wir aber zumindest bei Leichtwind zeigen, dass wir nicht zu dumm sind und in der Lage sind auch mal einen rauszuhauen! Das vierte (Schnecken)Rennen hätten wir sogar fast gewonnen: scheinbar eine gute Riggeinstellungen getroffen, richtige Entscheidungen gefällt, im Wind geblieben, Dreher erwischt (“hat man doch gesehen”) und dann 10 Minuten lang einem Speedvergleich auf der Anliegelinie mit den späteren Regattasiegern aus Italien standgehalten. Wie die dann aber 100m vor der Luvtonne (Bahnabkürzung: Ziel) einfach mal einen Gang höher einlegen können, ist uns immer noch ein Rätsel. “Better lucky than good, ey?” grinst uns einer der durchgestylten Strahlemänner an und wird von seinem mit 3 Mann besetzen Support-Schlauchboot in den Hafen geschleppt. Hätten wir mal ihr Angebot der Schleppleine angenommen. :-)

Alles bekanntes Gesichter - aber noch nie zusammen auf der Melges24 gesegelt.

Alles bekanntes Gesichter – aber so noch nie zusammen auf der Melges24 gesegelt.

Es geht also, wir müssten “nur mal” konstantere Leistungen abliefern. Vor allem wenn unter Gennaker der Tacho zweistellig wird müssen wir noch besser werden. Jedenfalls schmerzt es nicht, die Regatta mit zwei Frühstarts – einen nach 2 Minuten korrigiert, den anderen mit BFD – zu beenden. Man muss sich ja auch mal mit den Großen anlegen, oder? Mit dem 12.Platz von 21 Booten können wir am Ende sehr gut leben. Und mit dem 6.Platz in der Amateurwertung erst recht.

Wer zu viel Langeweile hat, kann sich auch ein paar mitgetrackte Rennen von uns angucken: z.B. Race 5Race 6  oder Race 7. Da hatten zumindest zwei andere Boote auch die RaceQs App mitlaufen. Sieht doch ganz interessant aus.

Und noch ein Nachtrag: Max Müller, der ja mit seinem 5.5er auch für Greifswald startet, ist im ersten Teil der Kieler Woche Fünfter geworden. Top!

Zwischen Chaos und Bierkasten oder „ex&hopp“ im Dunkeln

Wieder ein Leseleckerbissen von Michael Schulz. Diesmal wieder mit seiner ex&hopp unterwegs.

Am letzten Wochenende fand die 30. Neustädter Mittsommer-Nachtregatta statt, hierzu erst einmal eine kleine Rückblende.

Mittsommer-Nachtregatta 2015 – 01.30Uhr: „Männer, zu welcher Tonne müssen wir als nächstes?“ – „Runter zur Tonne 1.“ O.k., unser Vorsprung ist groß genug, wir decken nur noch die linke Seite. Eine ¾ Stunde später: „Ich sehe gar keine Schiffe mehr um uns herum. Ich glaube nicht, dass die alle untergegangen sind oder aufgegeben haben.“ – „Vielleicht ist unser Vorsprung riesig.“ – „Und warum kommt uns niemand vor dem Wind entgegen?“ – „Keine Ahnung.“ 04:30Uhr im Ziel: Eigentlich müssten wir gewonnen haben, aber warum schlafen alle anderen schon? Heute wissen wir, eine Runde im Dunkeln mehr als der Rest (ca.8sm), sind dann doch zu viel.

2016 Anfang Juni:

Ich sitze im Auto und bin gerade zufrieden aus der Schweiz zurück, als mir einfällt, dass gerade wieder Mittsommer und somit noch eine Rechnung offen ist.

Da es keine anspruchsvollen x99 Regatten mehr gibt, wurde unser Boot zum entspannten Fahrtensegeln umgerüstet. Wir nutzen es, um mit Freunden viel Freude haben zu können. Wobei die ein oder andere Spaßregatta, wie zum Beispiel Boddenetappen, Rund Stubber (wegen der Party J) oder eben Neustadt mit gesegelt wird.

ex&hopp crew

Wenn wir uns aber über uns selber ärgern müssen, ist Schluss mit Lustig. Also rufe ich meine Freunde Gerd (für mich immer noch der beste Backstagfahrer weit und breit) und Magnus (ein Technikgenie) an und beide wollen diese Blamage auch nicht auf sich sitzen lassen. Kurz noch Kerstin aus der guten alten 99-Zeit rekrutiert und Felix als Vorschiffsmann verpflichte und ach ja, Christoph vom Zwischenahner Meer muss auch noch mit (er hat im letzten Jahr so toll mitgekämpft). Magnus meldet uns an, wir kratzen die Muscheln vom Unterwasserschiff und los geht’s am Unwetterwochenende zum Ausgangshafen nach Neustadt.

Vorweg möchte ich betonen, dass dieses Rennen super organisiert ist, es gibt eine richtige Startkreuz und gut ausgelegte Up und Down Kurse um feste Seezeichen. Drehende Winde zwischen 0-25kn Stärke machen das Vergnügen strategisch anspruchsvoll.

enten

Auf der Meldeliste stehen fünf X99, darunter „Noodles“(ex „Patent“) mit einem sehr guten Steuermann und Taktiker, Christian Blunck, an Bord. Auf diese Tatsache gibt es einen ersten Schluck Portwein für alle und ab an die Startlinie. Auf die Idee, vorher noch etwas zu üben und eventuell auch einmal den Spi hoch zuziehen, kommen wir natürlich nicht. Wir können doch eigentlich alles, denken wir (schön blöd).

Nun wird es chaotisch: Startkreuz gewonnen, am Leefass den Spinnaker 5mal verknotet. Irgendwann ausgetütert, dann ein Knall, da fliegt doch das Ding aus den Lieken. Nach gefühlten 2 Stunden den kleinen Ersatzspi gesetzt und hinterher gefahren, dann wieder mit Glück nach vorne gekämpft und durch meine Spitzenidee, die Fock nicht zu wechseln, alles versemmelt. Nun ein dreifaches Piepen und die gesamte Elektrik sagt gute Nacht. Inzwischen einigermaßen viel Wind und das Boot heizt mit einem Fahrradrücklicht am Bugkorb (Gott sei Dank praktizieren wir manchmal auch andere Sportarten J) durch die Nacht. Vielen Dank in dieser Situation an Christoph, der vom permanenten „in die Segel leuchten“ eine Genickstarre bekommt. Eine schöne letzte Kreuz incl. einiger gut erwischter Dreher, bringen uns diesmal noch im Dunkeln ins Ziel. Wir trinken am Steg noch unseren Rest Portwein und Bier und beobachten den Einlauf der anderen X99, bevor ich auf den Campingplatz in mein Zelt fahre (ist schon hell, also brauche ich das Fahrradrücklicht nicht J, liegt auf dem Kartentisch).

wanderpreis

Am Morgen, also drei Stunden später, gibt es im Club Frühstück und dann eine Siegerehrung. Wir gewinnen einen Wanderpreis als schnellste X99, einen mit Gravurplatten versehenden vollen Kasten Jever, welcher uns vor ein Rätsel stellt (und woher kommen eigentlich die vielen Enten?). Die Frage ist doch jetzt, wie gibt man diese Ding im nächsten Jahr weiter, voll oder leer? Magnus, Gerd und Felix sind mehr für austrinken bevor das Bier schlecht wird. Ist es aber nicht unhöflich, leere Bierflaschen abzugeben und was ist mit dem Pfand? Der Stifter dieses genialen Preises meinte aufgrund unserer Anfrage: „Ihr macht das schon“, na schönen Dank auch. Der erste Preis, der uns intellektuell überfordert. Kann uns eventuell jemand helfen? (bekommt auch ein Bier ab J). Insgesamt hat es sehr viel Spaß gemacht und ich bedanke mich bei meinen Mitseglern für ein paar schöne Stunden.

Zum Schluss möchte ich nicht vergessen, Holger Streckenbach und seiner Mannschaft zum Sieg bei Seeland Rund zu gratulieren, war dann wohl ein erfolgreiches Wochenende für den GYC (ex&hopp startet für den GYC, Silverfox für den YCW).

Kieler Woche 1. Teil – Theresa im Laser Radial und Sporthotel in der ORC-Klasse am Start

Die wohl größte Regattawoche der Welt läuft und ein paar Greifswalder sind natürlich dabei! Im ersten Teil war die Crew der Sporthotel bei den ORC Regatten (5.Platz) und Theresa Wierschin im olymipschen Laser Radial am Start und die erst 14-jährige hat sich im internationalen Feld beachtlich geschlagen (83. von 120). Selber schreibt sie:

Vom Wind her war es ein tolles Event. Wir hatten die ersten drei Tage 15-20kn Wind. An diesen Tagen haben wir alle Wettfahrten geschafft, die die wir uns vorgenommen haben. Ich bin ziemlich konstant gefahren meistens um den 25. Wir waren in drei Gruppen eingeteilt. Ich habe es leider nach den ersten zwei Tagen sehr knapp nicht in die Silbergruppe geschafft. Also war ich in der Bronzegruppe. Dort bin ich am 3.Tag einen 5. und zwei 1. gefahren. Die vierte Wettfahrt war aber nicht so dolle. Aber im Großen und Ganzen war es doch ein ganz gutes Event.

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Der zweite Teil der Kieler Woche beginnt diesen Donnerstag und mit Jolanda und Arvid Müller startet ein ambitioniertes Greifswalder Team im großen Feld der 420er. Außerdem beginnt die Slippery when wet Mannschaft ihre Melges24 Regattasaison und ihre offiziellle Vorbereitung auf ganz große Ziele in 2016. :-)

Alle Ergebnisse der Kieler Woche gibt’s hier.

Franzi siegt auch beim Tollensesee Cup in Neubrandenburg

Von jungen Optiseglerinnen bis alte Hasen – vergangenes Wochenende waren wieder einige unserer Jollensegler unterwegs. Unsere Opti Segler machen genau dort weiter, wo sie beim Greifswalder Boddenpokal aufgehört haben – nämlich an der Spitze des Feldes. Als noch frischer Umsteiger und jüngster Segler im Feld der Laser4.7 beschreibt Theo Steinbrückner seine Eindrücke:

Wie nahezu jedes Jahr waren beim Tollensesee Cup in Neubrandenburg wieder extreme, teilweise bis zu 90° Winddreher. Am Samstag wurden bei den Laser Standard 3 und bei den Laser Radial, 4.7 und Optis nur 2 Wettfahrten gesegelt. Nicht nur die Windrichtung sondern auch die Windgeschwindigkeit fielen oder stiegen manchmal ziemlich extrem. Am Sonntag war wieder mehr Wind doch anfangs ein bisschen Regen. An diesem Tag haben die Laser Standard wieder 3 Wettfahrten und die Laser Radial, 4.7 und Optis wieder 2 Wettfahrten geschafft.

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Als Siegerin in Opti B wird Franzi von Mattes über den Tollensesee chauffiert.

Insgesamt haben wir Greifswalder ganz gut abgeschnitten. Theresa hat im Laser Radial den 5. Platz gemacht und Franziska den ersten Platz in Opti B. Alles in allem war es eine gut organisierte und gut ausgeführte Veranstaltung. Ich hab wieder viel gelernt, z.B. wie sehr Winddreher über den Verlauf einer Wettfahrt entscheiden können. Das war ja erst meine vierte Regatta im Laser 4.7, nachdem ich ja im Frühjahr erst vom Opti in den Laser umgestiegen bin.

Maxim Tirschmann ist in letzter Zeit auch immer vorn mit dabei. In Neubrandenburg war er als Sechster zweitbester Greifswalder.

Maxim Tirschmann ist in letzter Zeit auch immer vorn mit dabei. In Neubrandenburg war er als Sechster zweitbester Greifswalder.

Wie der Sohn, so der Vater - auch Heiko greift im Laser voll an. :-)

Wie der Sohn, so der Vater – auch Heiko Steinbrückner war im Laser dabei. :-)

Ergebnisse vom Tollensesee Cup gibt’s hier.

5.5er Silver Fox: Die Schlacht von Grandson und eine kleine Sensation

Ein schöner Regattabericht mit Geschichtsunterricht von Michael Schulz.

Die Schweizer Meisterschaften der 5.5Class fanden in diesem Jahr auf dem Neuenburger See in dem kleinen Ort Grandson statt. Nachdem Karl der Kühne (ihr wisst schon, der Burgunderherzog) im Jahr 1476 in der Schlacht von Grandson von den Eidgenossen besiegt und vertrieben wurde, wollten wir nun in seinem Gedenken selbige zwar nicht vertreiben, aber wenigstens versuchen, einige von ihnen zu besiegen. Die Eidgenossenschaften wurden gegründet durch eine Urkunde aus dem Jahr 1291, besiegelt von den drei Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden und stellten ein lockeres Geflecht geprägt von starken Machtinteressen der einzelnen Mitglieder dar (diese Konstellation kommt einem als Mitglied einer Klassenvereinigung ziemlich bekannt vor-oder nicht?).

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Grandson – Ort des Geschehens. 1476 und 2016!

Wenn man diese Historie kennt, fragt sich doch jeder, wer soll diese Kerle denn bloß besiegen? Nun, hin und wieder ist dies das ein oder andere Mal einigen Menschen (na gut, meistens waren hierfür ganze Armeen notwendig) gelungen und so wollten wir es den Helden vergangener Tage gleich tun. Solch ein Vorhaben ist jedoch, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, verdammt schwer umzusetzen, da in der 5.5mClass die eidgenössische Streitmacht mehr oder weniger die Weltspitze mitbestimmt.

Auf der Regattabahn tummelten sich nun 17 Boote und wir hatten als unsere optimistische Zielvorgabe einen Top 10 Platz ins Auge gefasst oder wenigsten nicht Letzter werden, wie beim Flautentreiben in Morges geschehen (ich kann euch sagen, das ist ziemlich bitter und nagt am eigenen Ego L). Die Winde auf dem See müssen Karl den Kühnen damals wohl auch schon verwirrt haben, denn die kommen von links oder rechts oder von vorn oder von hinten oder von oben oder von unten (letzteres nun weniger, glaube ich J ). Am ersten Tag hatten wir 1-2 Bft. und man musste schon verdammt nach Wolken und Windkanten schauen. Tobi, Steffu und ich hatten ein einigermaßen glückliches Händchen und kamen zweimal als vierte ins Ziel, was auf der Liste dem dritten Tagesrang entsprach.

Wir waren recht zufrieden und besuchten am Abend eine portugiesische Begegnungsstätte in der Männer und Frauen gerade einen Tanzkurs absolvierten. Da meine beiden Mitsegler nicht mit mir tanzen wollten (warum eigentlich nicht? – sonst ist uns doch auch fast nichts peinlich) haben wir Fußball geschaut und schlecht gegessen, wobei Tobi der arme Kerl auf dem Stuhl eingeschlafen ist (lag aber vielleicht auch an Deutschland-Polen J).

Freitag gab es drei tolle Wettfahrten mit Sonne, Regen, wenig und sogar etwas mehr Wind. Ein Bedienungsfehler und eine grandiose taktische Fehlentscheidung durch Michael den Blöden, warfen uns in den ersten zwei Rennen etwas zurück. Da besannen wir uns auf alte eidgenössische Tugenden und skipperten im abschließenden Lauf als zweite ins Ziel. So etwas entschädigt für den Opti-Anfängerfehler in der zweiten Wettfahrt und meine Mannschaft konnte zufrieden das Nachtessen und Trinken im Clubhaus genießen. Die wichtigste Erkenntnis an diesem Tag war jedoch, dass wir nach und nach unseren Bootsspeed optimieren können und auch in der Lage sind, besser auf veränderte Bedingungen (und die ändern sich auf diesem See im Minutentakt) richtig zu reagieren.

Da maximal sieben Wettfahrten ausgeschrieben waren, hatten wir an Tag drei also noch zwei von diesen zu absolvieren und wollten eigentlich unseren vierten Listenplatz untermauern (schon Karl der Kühne war etwas größenwahnsinnig).

Der Neuenburger See, diesmal ohne Wind.

Der Neuenburger See, diesmal ohne Wind. ;-)

Nach unserem morgendlichen Sport kam es beim Duschen schon zu Verzögerungen, da sich die Jugendherberge fest in der Hand chinesischer Radwanderer befand, welche morgens um 07.30 Uhr zum kollektiven Duschen antraten und die sanitären Anlagen ein wenig blockierten, so dass wir uns sputen mussten, pünktlich am Hafen zu erscheinen. Und nun – Überraschung – mal etwas ganz Neues, nämlich totale Flaute. Ich nutzte die Wartezeit um einen Blick in die Festung der Stadt zu werfen, welche Bestandteil der Burgunderkriege gewesen ist (im Hafen erzählen sich Segler ja sowieso nur immer wieder dieselben Geschichten vom Segeln J). Mit ca. zweistündiger Verspätung wurde das erste Rennen angeschossen und wir segelten sauber und solide einen guten sechsten Platz heraus, also alles im Plan.

Wahrscheinlich hatte ich vor einer erneuten Belagerung des Ortes wie 1476 Angst (diesmal eventuell sogar durch Chinesen? J) und wollte schnell nach Hause. Warum sonst fährt man etwas eher als die anderen los und muss dann auf der Rangliste statt Platz Nummer 7, wie der Zieldurchgang, ein OCS zur Kenntnis nehmen. Na jedenfalls waren wir uns alle drei gemeinsam keiner Schuld bewusst, so dass wir uns bei der Preisverteilung über den sensationellen 6.Gesamtrang freuen konnten. Da fielen Tobi und mir die Verpackungsarbeiten im strömenden Regen nicht allzu schwer.

Silver Fox mit neuem Graphic Design.

Wir hatten eine grandiose Veranstaltung und gratulieren unserem Freund Jürg Menzi zum Schweizer Meistertitel, auch wenn er sich um die entsprechende Party immer noch drückt. Dabei wollen wir doch unbedingt den Ort der Schlacht von Murten am 22. Juni 1476 – aber das wisst ihr ja –kennenlernen (Jürg wohnt dort).

Zum Schluss möchte ich mich bei meinen beiden Mitseglern und Freunden Tobi Glawe und Steffu Haftka recht herzlich bedanken. Jungs, das Segeln mit euch ist die wahre Freude.

Greifswalder Erfolge bei der Stralsunder Segelwoche 2016

Ein paar tolle Segeltage in und um Stralsund liegt hinter uns. Urlaubswetter, spannende Wettfahrten, ausgiebig zu diskutierende Kontroversen, nette Parties, viel Dummschnack, einige Enttäuschungen und viele Greifswalder Erfolge – die Stralsunder Segelwoche 2016 hatte wieder alles zu bieten.

Einige Greifswalder haben ja ihre Yachten schon in der Woche nach Stralsund überführt um am Mittwochabend beim Preissegeln dabei zu sein. Sonnenschein, guter Wind und viele Boote direkt vor der Stralsunder Innenstadt haben es auch wieder zu einem schönen Erlebnis gemacht, dort zu segeln. Leider hat die östliche Windrichtung die Regatta zu einem Einbahnstraßenrennen ohne viele Überholspuren gemacht. Swash Buckler hat das nix ausgemacht und konnte mittlerweile zum dritten Mal in Folge das Preissegeln für sich entscheiden. Und auch Medea und Imagine schafften in ihren Klassen einen dritten Platz.

Am Freitagabend startete dann traditionell Rund Rügen. Der Linkskurs mit Start vor der Volkswerft und die Windvorhersage haben schon im Vorhinein wieder eine flaue Nacht an der Rügischen Nordküste erahnen lassen, und genauso kam es dann auch. Außer Imagine und Rock’n’Rolla an der Spitze haben alle Yachten einige qualvolle Stunden vor Stubbenkammer oder Arkona in der Flaute gestanden. Die beiden Führenden hat es dafür kurz vor dem Ziel erwischt, wobei es für Line-Honours Gewinner Imagine trotzdem noch für einen guten berechneten zweiten Platz gereicht hat – hinter dem Vierteltonner Sunny aus Stralsund! Hier der Rennbericht vom Sailingteam Imagine.

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Überraschungsgewinner(?) bei Rund Rügen in Yardstick 1 – Büxt ut von der Reederei Köppe.

Als kleine Überraschung muss man sicherlich den Sieg von Büxt Ut in Yardstick 1 bezeichnen. Nach zuletzt einigen Jahren mit Gennakerbooten auf kleinen Up-and-Down-Kursen, hat Tim Köppe gekonnt gezeigt, dass er immer noch über 3-minütige Kreuzen hinaus planen kann und seine X-99 noch nicht als Urlaubsdampfer oder Mothership für die Rennziege abgestempelt werden darf. ;-)

Außerdem eine beeindruckend Leistung abgeliefert hat sicherlich Heiko Steinbrückner in Yardstick 2. Letztes Jahr mit seiner Up and away Gesamtsieger, ist er mit seiner Crew dieses Jahr wieder der Einladung von Holger Neumann gefolgt und siegte mit der X-79 nae to dan. Nachdem sie vor zwei Jahren in gleicher Konstellation gefühlt eine komplette Angelausrüstung am Kiel um die Insel gezogen haben, war da auch noch eine Rechnung offen. Die ist hiermit beglichen, sollte man meinen!

rundhiddensee

Dicht an dicht in der Flaute bei Rund Hiddensee.

Die Regatta Rund Hiddensee war am Samstag dagegen von Anfang an von Flaute gezeichnet. In Yardstick 1 konnte Swash Buckler dabei einen frühen Vorsprung von Matchbox aufholen und auch dicht an den Fersen der Stralsunder Melges24 Sputnik bleiben und somit zum wiederholten Male die Regatta gewinnen. Micha hat auch einen ausführlichen Regattabericht geschrieben. Erfreulich und sicherlich ein bisschen überraschend war außerdem der Sieg von Luvtikus in Yardstick 3. Und weil’s so schön war, hat Colin auch gleich mal seinen Rückblick auf die Regatta für uns aufgeschrieben:

Nach unserem recht ordentlichen Start trat erstmal Ernüchterung ein, als sich herausstellte, dass unsere direkte Konkurrenz VRONI, ebenfalls eine Varianta 18, mit Leichtigkeit an uns vorbei segelte. Das geringere Gewicht durch ein leer geräumtes Boot und weniger Crew machte sich mehr als deutlich bemerkbar. Wir versuchten so gut es ging dran zu bleiben, was jedoch durch die immer wieder einsetzenden Flauten und der dadurch ausgelösten Regattafeldteilung misslang. Endlich auf der offenen Ostsee angekommen orientierten wir uns mehr an der Hiddenseeküste, wo wir günstige Winddreher aus Ost nutzten und so in Führung gehen konnten. Am Dornbusch kam es dann zu einem regelrechten Matchrace mit VRONI, welches sie, trotz konsequenter Deckung unsererseits, durch ihren Geschwindigkeitsvorteil schließlich fast für sich entschied. Der Wind schlief wieder ein und wir nutzten die letzten Reste nahe der Küste, wo wir mit vielen kleinen Schlägen östlich am restlichen Feld vorbei kreuzen konnten. Mit Gennaker und gutem Abstand ging es dann ins verkürzte Ziel.

Eine riesige Fotogallerie von unserem lokale Starfotografen Sven Lamprecht gibt es auf www.segel-fotografie.de

Und zum Schluss nochmal die vielen Greifswalder Podiumsplatzierungen der drei Regatten während der 67. Stralsunder Segelwoche:

Preissegeln

Yardstick 1:
1.Platz Swash Buckler

Yardstick 3:
3.Platz “Medea”

ORC:
3.Platz “Imagine”

Rund Rügen

Line Honours:
1.Platz “Imagine”
2.Platz “Rock’n’Rolla
3.Platz “Sporthotel”

ORC:
2.Platz “Imagine”

Yardstick 1:
1.Platz “Büxt ut”
2.Platz “Mascalzone Germano”
3.Platz “Forty two”

Yardstick 2:
1.Platz “nae to dan”

Yardstick 3:
3.Platz “medea”

Rund Hiddensee

Yardtick 1:
1.Platz “Swash Buckler”

Yardstick 2:
3.Platz “Schwupp di Wupp”

Yardstick 3:
1.Platz “Luvtikus”

Klassiker:
2.Platz “Knechtsand”

knechtsand

Bildhübsch zurecht gemacht – die Knechtsand von Erik Seidel.

Unsere Opti-Segler räumen beim Greifswalder Boddenpokal ab

Am letzten Maiwochenende fand in Greifswald der Boddenpokal statt. 150 junge Segler aus M-V, Berlin, Schleswig-Holstein und Polen waren dazu bei uns zu Gast. Und bei besten Segelbedingungen haben wir gezeigt, was Greifswald bei der Ausrichtung solcher Veranstaltungen zu bieten hat. Auf dem Wasser wurden für die Sportler zwei Regattakurse gestemmt, einen für die beiden Opti-Klassen mit Wettfahrtleiter Dirk “Brandy” Brandenburg und einen für die Laser und 420er unter Leitung von Tim Köppe. Dabei haben am ganzen Wochenende viele Greifswalder Segler mit angepackt, damit es für die jungen Sportler, Trainer und Begleiter eine tolle Veranstaltung wird. Als Ergebnis kann man sicherlich festhalten, dass diese Generalprobe für die Landesjugendmeisterschaft Anfang September geglückt ist. Dann erwarten wir in Wieck etwa 300 junge Segler und deren Begleiter.

boddenpokal420er

Beste Segelbedingungen auf dem Greifswalder Bodden – hier die Sieger im 420er Greta Steinike und Charlotte Wolff aus Rostock.

Sportlich war der Boddenpokal für unsere Nachwuchssegler durchaus ansehnlich: Mit einem Sieg in der letzten Wettfahrt sicherten sich Ole Nartschik und Hanjo Köppe im 420er den 4. Platz. Im Laser 4.7 belegten Steven Wendel, Erik Hagemann und Theo Steinbrückner die Plätze 4, 5 und 6. Malte Bruns schaffte im Laser Radial mit Platz 3 den Sprung aufs Treppchen und Theresa Wierschin wurde dabei Sechste. Im Feld den Laser Standards wurde Mattes Köppe Vierter. Dahinter belegten Colin Glinkowski, Heiko Steinbrückner (die beiden werden hiermit unauffällig unter die “Nachwuchssegler” gemischt ;-) ) und Lukas Middendorf die Plätze 5 – 7.

boddenpokalradial

Eine konstante Serie beschert Malte Bruns (204177) einen Podiumsplatz! Caroline Rummel (198976) aus Wismar war dabei nicht zu stoppen.

Bei den Optis gewinnt mit Franziska Lang innerhalb weniger Monate nun schon die vierte Greifswalder Opti-Seglerin eine überregionale Regatta. Mit einer tollen Leistung toppt sie das komplette Greifswalder Podium beim Boddenpokal 2016 im Opti B und hat uns gleich einen schönen Bericht dazu geschrieben:

Am vergangenen Wochenende (28.05.-29.05) fand der Greifswalder Boddenpokal statt. Von den insgesamt 36 A’s waren aus dem heimischen Lager Lovis und Rike dabei. Bei den B’s starteten zusammen mit 36 Anderen Maxim, Juli, Johann und ich. Bei tollsten Segelbedingungen mit Wind und Sonnenschein stachen wir in See (ahoi!). Nach zwei langen Tagen mit insgesamt sechs Wettfahrten konnte Rike mit einem Sieg und weiteren guten Platzierungen im Mittelfeld am Ende den 22. Platz belegen. Lovis dicht dahinter den 30.

Bei den Opti B’s sah das Ganze noch besser aus: schon nach dem ersten Tag schafften wir Greifswalder es auf die vorderen Plätze. Juli und ich lieferten uns über das ganze Wochenende ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz (hehe :D). In der sechsten Wettfahrt ging vor der letzten Tonne ihr Mastfuß kaputt (ich war‘s nicht), sodass ich schließlich die Gesamtwertung gewann. Trotzdem wurde Juli Zweite. Maxim segelte sich auf den dritten Rang und Johann bei seiner zweiten Regatta ins Mittelfeld. Wir Greifswalder haben also aufs Neue ordentlich abgeräumt!

Ein großes Dankeschön geht an unseren tollen Wettfahrtleiter Brandy für das sehr gut organisierte Wochenende und natürlich an alle Helfer und Eltern!

Der Regattasieg von Franzi wurde auch von den "großen" Regattaseglern genau beobachtet.

Franzi fährt im Opti vorne weg und wird dabei genauestens von den “großen” Regattaseglern beobachtet.

Alle Ergebnisse gibt’s hier. Hunderte Fotos sind noch beim hochladen.